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EnEff.Gebäude.2050
Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“: Sieger in der Kategorie „Konzepte für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi))

Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“: Das sind die Gewinner

Zehn innovative Konzepte sind beim Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“ ausgezeichnet worden. Sowohl in der Kategorie „Konzepte für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“ als auch in der Kategorie „Ideen für einen internationalen Energiewettbewerb“ hat die jeweilige Jury fünf Preisträger ausgewählt.

Die ausgezeichneten Konzepte spiegeln das ganze Spektrum der Bauaufgaben wieder: Neubau und Sanierung, einzelne Wohn- und Nichtwohngebäude bis hin zum Quartier. Zudem entfalten sie jeweils eine besondere Vorbildwirkung. Gesucht waren insbesondere Ideen für energetisch zukunftsweisende Neubauten, Transformations- und Modernisierungsvorhaben im Bestand, Quartierskonzepte zum Wohnen und Arbeiten und neue Plusenergiekonzepte im Geschossbau.

Sieger „Konzepte für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“

Die Begründungen der Jury kurz zusammengefasst:

  • Das Konzept „Energie und Technikpark“ in Trier der Stadtwerke Trier zeichnet sich durch eine integrale Betrachtung von Standort, Umgebung und Energiekonzept aus. Die Nahwärmeversorgung über ein bereits vorhandenes Klärwerk ist ein Beispiel für effiziente Energienutzung. Hinsichtlich der Nutzung vorhandener Flächen und Energiequellen ist das Konzept auf viele Standorte im Land übertragbar.
  • Das Konzept „Newtonprojekt“ in Berlin-Adlershof der Arbeitsgemeinschaft ARGE umfasst drei neu gebaute und viergeschossige Mehrfamilienhäuser. Es ist beispielgebend für energieeffizientes Bauen und den Einsatz erneuerbaren Energien ohne großen Technikeinsatz. Vorbildlich sind die eingesetzten umweltfreundlichen Materialien: Holz, Dämmstoff mit Zellulose und recyclebare Holzweichfaserplatten, Fassaden- und Dachbegrünung. Auch berücksichtigt das Konzept die Elektromobilität.
  • Das Konzept „Vorwärtsquartier Schwerin“ des Architekturbüros Schelfbauhütte revitalisiert eine Stadtbrache und respektiert zugleich die Architektur des Ortes. Es zeichnet sich durch seinen ganzheitlichen Ansatz aus, der durch sozialverträgliche Komponenten geprägt ist: bezahlbarer Wohnraum, gemischtes Quartier sowie Nutzung der vorhandenen Bausubstanz. Die Sheddächer der ehemaliger Produktionshallen in das Quartier zu integrieren und sind ein innovativer Ansatz für einen verdichteten Wohnungsbau auf einem ehemaligen Industrieareal.
  • Das Konzept „AktivStadthaus“ im Bestand in Frankfurt am Main des Büros HHS Planer + Architekten ist dem Bereich Sanierung eines Wohngebäudes zuzuordnen und zeichnet sich in hohem Maße durch seine Übertragbarkeit aus. Es adressiert einen Gebäudetypus, der in Deutschland in vielfacher Art und Weise auf eine Sanierung wartet. Dies lässt gute Möglichkeiten für Nachahmer erwarten, schon alleine deswegen, weil sich die Komplexität der Sanierungsmaßnahmen sowohl im Bereich der Qualität der Gebäudehülle als auch jener des Energiesystems in einem guten Gleichgewicht mit der angestrebten Effizienz der energetischen Sanierung befindet.
  • Das Konzept „Neubau Stadtwerke Neustadt in Holstein“ der Arge IBUS Architektengesellschaft und RISP Architekten zeichnet sich durch eine hohe Qualität der städtebaulichen Einbindung, der Architektur, der Grundrisse und der Energietechnik aus. Die Energietechnik ist so dimensioniert, dass sowohl endenergetisch, wie primärenergetisch ein ausgeglichenes und CO2-neutrales Gebäudeensemble entsteht. Dabei wird auf bewährte Technologien gesetzt, die sinnvoll miteinander verknüpft werden.
EnEff.Gebäude.2050
Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“: Sieger in der Kategorie „Konzepte für einen internationalen Energiewettbewerb“. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi))

Sieger „Konzepte für einen internationalen Energiewettbewerb“

Die Begründungen der Jury kurz zusammengefasst:

  • 1. Rang: Spielstätte Region Cottbus - ENERGY ENDEAVOUR COMPETITION: Das Konzept sieht vor, den künftigen Ideenwettbewerb in drei Phasen zu unterteilen: In einer erste Phase sollen Studierendengruppen unmittelbar eingebunden werden, betreut durch ein interdisziplinäres Expertenteam. Dann folgt die intensive Einbindung der Öffentlichkeit in der Veranstaltungsphase. Die dritte und letzte Phase bereitet die Nachnutzung der Wettbewerbsbeiträge vor. Der Wettbewerbsbeitrag hat das Potenzial, einen positiven Beitrag zum Transformationsprozess einer bisher von Braunkohletagebau geprägten Region zu leisten hin zu einer zukunftsweisenden, ökologischen und auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung und Wirtschaftsweise.
  • 1. Rang: Spielstätte Wuppertal - SOLAR DECATHLON goes URBAN: Die Stärke dieses Beitrags ist ein plausibler Vorschlag, den bisherigen Wettbewerb „Solar Decathlon“ mit einer Verankerung in einem städtischen Quartier weiterzuentwickeln. Überzeugend ist, wie die internationale universitäre Wettbewerbscommunity einen wesentlichen Baustein für das Living Lab einer Quartiersentwicklung sein kann. Die räumliche Konzentration und der Mirker Bahnhof in Wuppertal als Social Hub versprechen eine gute Außenwirkung und Kommunikation des Projektes.
  • 2. Rang: Spielstätte Berlin- ENERGY LAB BERLIN: Der Beitrag beschreibt ein innerstädtisches großes Neubaugebiet auf der Konversionsfläche des Flughafens Tegel. Der Standort gewährleistet internationale Aufmerksamkeit. Zu unkonkret sind der tatsächlich dargestellte Nutzen und die Begleitung durch die Wissenschaft. Grundsätzlich bleibt einzuwenden, dass die Realisierung dieses insgesamt herausgehobenen Stadtentwicklungsprojekts durch die Kopplung an die Eröffnung des Flughafens BBI nicht absehbar ist.
  • 2. Rang: Spielstätte Frankfurt am Main - TRUE LAB: Das Konzept der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main hat die Transformation eines Bestandsquartiers aus den 60er Jahren zum Ziel. Die Potenziale der vielen universitären Partner sind vorhanden, könnten jedoch noch besser hinsichtlich einer echten städtebaulichen Vision für 2050 ausgenutzt werden.
  • Sonderpreis: Spielstätte Braunschweig- COMPETITION FUTURE: Im Vorschlag wird ein zweistufiges Konzept für einen internationalen Energiewettbewerb entwickelt. Einer nationalen Phase mit der Ermittlung von Gewinnern folgt eine internationale Phase mit der Präsentation der jeweiligen nationalen Gewinner in einer großen Finale-Veranstaltung. Der Vorschlag enthält keine Beschreibung einer konkreten Umsetzung eines beispielhaften städtebaulichen Quartiers- und Energiekonzepts im Kontext der kommunalen Energie- und Klimaplanung am Austragungsort, also an einem der Standorte der Metropolregion.

Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“

Der Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“ ist Teil der gleichnamigen Förderinitiative „EnEff.Gebäude.2050“, die nahezu klimaneutrale Gebäude und Quartiere fördert. Insgesamt sind 18 Konzepte eingereicht worden, davon 13 unter Thema 1, „Konzepte für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“, und fünf unter Thema 2, „Ideen für einen internationalen Energiewettbewerb“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt das Preisgeld von insgesamt 280.000 Euro für den Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050“ zur Verfügung. (fei)

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