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Youtube-Kanal gestartet: Experten beantworten Fragen zur Tiefen Geothermie

Der GtV-Bundesverband Geothermie startet einen eigenen Youtube-Kanal. Auf diesem veröffentlicht der Verband Experteninterviews und beantwortet Fragen: Wie funktioniert eine Geothermie-Bohrung? Können von der Nutzung der Erdwärme Gefahren ausgehen? Wie groß sind die Potentiale? 2014 soll eine Interviewreihe zur Oberflächennahen Geothermie folgen.

Der GtV-Bundesverband Geothermie startet einen eigenen Youtube-Kanal. Auf diesem veröffentlicht der Verband Experteninterviews und beantwortet Fragen: Wie funktioniert eine Geothermie-Bohrung? Können von der Nutzung der Erdwärme Gefahren ausgehen? Wie groß sind die Potentiale? 2014 soll eine Interviewreihe zur Oberflächennahen Geothermie folgen.

Wie eine Bohrung funktioniert, erläutert Dr. Grossmann. Der Leiter der Bohrmeisterschule Celle stellt klar, dass die Bohrarbeiten strengen Auflagen unterliegen. Mögliche akustische Belastungen für Anwohner werden beispielsweise durch die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) geregelt: „Es gibt vorgeschriebene Grenzwerte, die auf jeden Fall eingehalten werden.“ Sollten Grenzwerte, beispielsweise nachts, überschritten werden, werden die Bohrarbeiten ausgesetzt, erläutert Grossmann.

In den Interviews gehen die Experten auch auf Kritik an der tiefengeothermischen Wärme- und Stromversorgung ein. Prof. Dr. Horst Rüter, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG), erläutert, im Vergleich zu anderen Energiearten sei die Geothermie eine „sehr ungefährliche Technik“. Die Ängste vor gefährlichen Beben im Zusammenhang mit Tiefen Geothermieprojekten sieht der Geophysiker und Seismologe als übertrieben an. Geothermie könne allenfalls leichte Beben erzeugen. Die bisher aufgetretenen Beschädigungen liegen daher im „kosmetischen Bereich". „Größere Schäden an der Struktur von Gebäuden oder eine Gefahr für Personen kann es bei diesen kleinen Ereignissen nicht geben", so Rüter. Für ihn ist klar: „Die Geothermie wird ihren Platz in der Energiezukunft finden.“

Stimulationsverfahren in der Geothermie werden oft mit dem sogenannten Fracking in der Öl- und Gasbranche gleichgesetzt. Warum eine Unterscheidung der beiden Verfahren wichtig ist, legt Prof. Dr. Huenges vom Geo-Forschungs-Zentrum Potsdam dar: „Bei der geothermischen Stimulation setzen wir um den Faktor 10 geringere Drücke ein, um die Wegsamkeit zu erzeugen.“ Gefahr für das Grundwasser bestehe nicht, da Stimulationsarbeiten in größeren Tiefen ausgeführt werden. Huenges führt weiter aus, dass Ängste vor einem „Chemiecocktail“ unbegründet sind. "Es werden Säuren verwendet, die nicht saurer sind als zum Beispiel Coca-Cola", vergleicht der Leiter der Sektion Reservoirtechnologien am GFZ.

Die Videos sind im Rahmen des Projekts Dissemination entstanden. Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderte Vorhaben (Fördernummer 03MAP215) hat zum Ziel, Möglichkeiten der Öffentlichkeitsbeteiligung bei Tiefen Geothermieprojekten zu erforschen und umzusetzen.

Hier geht’s zum Youtube-Kanal.


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