Recknagel
Trotz der langsam steigenden Zahl der Studierenden und Hochschulabsolventen aus dem Bereich Bauingenieurwesen, herrscht derzeit akuter Mangel an Fachkräften. (Copyright: © Aliaksei Lasevich - Fotolia.com)

Ingenieurmangel verschärft sich - Der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau nennt notwendige Maßnahmen

Online-Umfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau: 81 Prozent der Befragten geben an, dass es Ingenieurbüros aus der Baubranche weiterhin schwer fällt, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die Situation könnte verbessert werden, wenn die Gehälter attraktiver gestaltet werden würden.

Der Ingenieurmangel verschärft sich: Laut einer Online-Umfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau haben Ingenieurbüros immer mehr Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. (Grafik: © Bayerische Ingenieurekammer-Bau)

Ingenieure dringend gesucht! Die am Bau tätigen Ingenieure haben zunehmend Probleme, offene Stellen in ihren Büros adäquat zu besetzen. Dieser Trend zeigt sich unter anderem in einer Online-Umfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Geht der Fachkräftemangel weiter, gefährdet das auch den Wirtschaftsstandort Bayern.

Seit Juli führt die Bayerische Ingenieurekammer-Bau monatlich eine Online-Umfrage zu aktuellen Themen aus der Baubranche durch. Im Oktober wollte die Kammer von den Ingenieurbüros wissen: „Haben Sie Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden?“ Mit 81 Prozent der 201 Befragten sagte die Mehrheit klar „Ja“!

„Die Situation hat sich offenbar verschärft. Denn in der Konjunktur-Umfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau im Mai 2014 gaben noch 73,2 Prozent der Befragten an, Probleme mit der adäquaten Besetzung von offenen Stellen zu haben. Auch im persönlichen Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen ist der Ingenieurmangel leider ein Dauerthema“, kommentiert Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau das Ergebnis der Online-Umfrage.

Trotz der langsam steigenden Zahl der Studierenden und Hochschulabsolventen aus dem Bereich Bauingenieurwesen, herrscht derzeit akuter Mangel an Fachkräften. „Wenn das so weiter geht, können immer weniger Bauprojekte verwirklicht werden, es müssen Ingenieurbüros schließen und große Aufträge können kaum noch umgesetzt werden. Darunter wird auch der Wirtschaftsstandort Bayern leiden“, sagt Dr.-Ing. Heinrich Schroeter.

Die Recknagel-Online-Redaktion hat nachgehakt:

Welche Maßnahmen wären notwendig, um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern?

Dr.-Ing. Heinrich Schroeter: "Das Problem ist kurzfristig nicht zu lösen. Die Situation könnte aber verbessert werden, wenn die Gehälter attraktiver gestaltet werden würden. Die Politik muss die Honorare erhöhen, so dass im Bauwesen tätige Ingenieure Gehälter bekommen, die vergleichbar sind mit anderen Ingenieurfachrichtungen. Ebenso muss die Missachtung der MINT-Fächer durch Lehrer und Schüler aufhören – d. h. die Fächer dürfen nicht mehr schlecht geredet werden." 

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