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Software für Smart Home: Bosch übernimmt ProSyst und stärkt dadruch sein Engagement im Bereich Gateway-Software und Middleware. (Quelle: Bosch)

Software für Smart Home: Bosch übernimmt den Vernetzungsspezialisten ProSyst

Die Bosch Software Innovations GmbH plant die Firma ProSyst zu übernehmen. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Gateway-Software und Middleware für das Internet der Dinge spezialisiert. Sie erleichtert das Zusammenspiel vernetzter Geräte in den Bereichen Smart Home, Industrie 4.0 oder vernetzter Mobilität.

ProSyst setzt auf die Programmiersprache Java und auf die sogenannte OSGi-Technologie. „Mit Bosch haben wir einen strategischen Partner mit einem weltweit starken Vertriebsnetz. Durch die Zusammenarbeit können wir noch stärker am wachsenden Markt für das Internet der Dinge partizipieren und unsere Position global entscheidend ausbauen“, ergänzte Daniel Schellhoss, Gründer und Geschäftsführer von ProSyst.

Gerätemanagement für das Internet der Dinge

Java und OSGi kommen beispielsweise in vernetzten Anwendungen im Smart Home oder in der industriellen Produktion zum Einsatz. Wenn die Software eines Geräts in der Programmiersprache Java geschrieben ist und sie mit der OSGi-Technologie kombiniert wird, kann sie automatisiert aus der Ferne installiert, gestoppt, aktualisiert und deinstalliert werden, ohne das Gerät dabei jedes Mal neu starten zu müssen. Dieser Fernzugriff wird häufig über Gateway-Software realisiert, die zudem sicherstellt, dass Geräte intelligent gesteuert werden können. Zum Beispiel werden Strompreise oder Wetterprognosen empfangen, von der Software ausgewertet und an die Heizung für deren energiesparenden Betrieb weitergegeben.

Smart Home: Vernetzung für Heizung, Haushaltsgeräte und Sicherheitskamera

Die Software von ProSyst übernimmt zudem die Rolle eines Übersetzers: Um in einem Smart Home verschiedene Geräte und Dinge wie Heizung, Haushaltsgeräte oder Sicherheitskamera miteinander zu vernetzen, müssen sie die gleiche „Sprache sprechen“. Dies ist insbesondere dann schwierig, wenn die Produkte von unterschiedlichen Herstellern kommen, unterschiedliche Protokolle zur Kommunikation nutzen oder keinen Zugang zum Internet besitzen.

„Die Software von ProSyst lässt sich mit der von Bosch Software Innovations angebotenen Bosch IoT Suite, unserer Plattform für das Internet der Dinge, hervorragend kombinieren. Sie ergänzt deren Geräte-Management-Komponente vor allem dadurch, dass sie eine Vielzahl von Geräteprotokollen unterstützt“, sagte Kallenbac.

Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. ProSyst beschäftigt rund 110 Mitarbeiter in Köln, Deutschland, und Sofia, Bulgarien. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. (gra)

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