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Tiefe Geothermie in Bayern

Eine aktuelle Erhebung des GtV-Bundesverbandes Geothermie präsentiert Zahlen zur Nutzung der Tiefen- Geothermie im bayerischen Molassebecken.

Eine aktuelle Erhebung des GtV-Bundesverbandes Geothermie präsentiert Zahlen zur Nutzung der Tiefen- Geothermie im bayerischen Molassebecken. Derzeit sind in Bayern zwölf Anlagen zur Nutzung der Tiefen Geothermie für die Fernwärmebereitstellung beziehungsweise zur Erzeugung von Strom in Betrieb. Zusammen genommen verfügen sie bereits über 76 Betriebsjahre, die ältesten

Geothermieheizwerke Erding und Straubing laufen seit 1998 beziehungsweise 1999. In Summe verfügt Bayern damit über eine installierte geothermische Wärmeleistung von ca. 130 MW und eine elektrische Leistung von ca. 3 MW.

Im Jahr 2011 haben die Anlagen rund 350 GWh Wärme bereitgestellt; eine Menge, die 25.000 Dreipersonenhaushalte mit Heizenergie versorgen kann. Im Vergleich zu konventionellen Ergasheizungen habe die geothermisch erzeugte Wärme in Bayern ca. 90.000 Tonnen CO2 eingespart.

Die große Zahl tiefer Geothermie-Projekte im bayerischen Molassebecken ist auf die dort günstigen geologischen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Die Kalksteinschicht des Malm führt Thermalwasser, das im Bereich von München in mehr als 2.000 m Tiefe Temperaturen von bis zu 100 °C erreicht und mit hohen Fließraten an die Oberfläche gefördert werden kann. Daher gilt das Molassebecken als bedeutendstes Reservoir geothermischer Energie in Mitteleuropa.

Das Gesamtpotenzial der geothermischen Nutzung aus dem Malm wird im bayerischen Energiekonzept „Bayern Innovativ“ mit 1.800 MW für die Wärme und mit 300 MW für Strom angegeben. Theoretisch kann – dem Bayerischen Wirtschaftsministerium zufolge – mit dem geothermischen Potenzial des Erdinneren der Großraum München komplett mit Wärme versorgt werden.

Die Geothermiebranche betrachtet die Region des bayerischen Molassebeckens auch als „Erfolgsregion der Tiefen-Geothermie in Mitteleuropa“. Nicht zuletzt deshalb sei die Tiefe Geothermie innerhalb des vergangenen Jahrzehnts zu einem wichtigen Bestandteil bayerischer Energiepolitik und einem Wirtschaftsfaktor des Bundeslandes geworden.

Angeben des GtV-Bundesverbandes Geothermie zufolge wurden in bestehende Projekte bereits 450 Millionen Euro investiert. Die Vorhaben generierten wiederum einen Umsatz von über 30 Millionen Euro pro Jahr. Darüber hinaus sei der bayerische Gasbezug aus dem Ausland – rein rechnerisch – im Zuge der Geothermie um etwa 9 Millionen Euro pro Jahr zurückgegangen.

In den nächsten Jahren werden die bayerischen Projekte der Tiefen Geothermie, so die Prognose, durch Maßnahmen des Netzausbaus, Erweiterungen sowie Anlagen- und Betriebsoptimierungen ihren Absatz und die Wärmeproduktion signifikant (>20%) erhöhen. Darüber hinaus ist mit der Realisierung zahlreicher weiterer Anlagen zu rechnen. Bei fünf Projekten sind die Bohrungen bereits fertiggestellt und die Anlagen werden spätestens 2013 in Betrieb gehen. Fünf weitere Projekte führen derzeit die Bohrungen durch, beziehungsweise die Bohrplätze oder Heizwerke werden gebaut. Durch diese zehn neuen Anlagen könnte sich die installierte Wärmeleistung Bayerns erneut verdoppeln und die Stromproduktion sogar mehr als verzehnfachen.

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