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Photovoltaik-Speicher Prognose
Photovoltaik-Speicher: Auch international beobachten die Marktexperten eine steigende Nachfrage im Speichersegment. (Quelle: vege/Fotolia.com)

Photovoltaik-Speicher: Laut Prognose jährlicher Zuwachs um 60 Prozent bis 2020

Die International Battery & Energy Storage Alliance IBESA erwartet bis 2020 für Deutschland einen Anstieg der jährlichen PV-Speicherinstallationen auf über 45.000 Anlagen pro Jahr.

Deutschland wird seine Vorreiterrolle im Bereich der Photovoltaik-Speicher auch bis 2020 innerhalb Europas behaupten, nicht zuletzt aufgrund der Speicherförderung und des bereits etablierten PV-Marktes. So lautet die Prognose der Teilnehmer an der  S³| Solar. Storage. Safety-Konferenz.

Je größer der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix wird, desto wichtiger werden Speicher für die Versorgungssicherheit und Netzarchitektur in einem dezentral bestimmten Energieversorgungssystem. Den Anteil Deutschlands am kumulierten europäischen PV-Speichermarkt sieht Markus A.W. Hoehner, Ideengeber und Gründer von IBESA sowie CEO von EuPD Research, bis 2020 bei rund 45 Prozent. Dies entspräche einer Gesamtinstallation von rund 170.000 Speichersystemen in Deutschland.

PV-Speicher: 166.000 Neuinstallationen bis 2020

Insgesamt prognostizieren die Bonner Marktforscher EuPD Research und IBESA für das Jahr 2020 eine kumulierte PV-Speicher-Kapazität von 1,9 GWh für Europa. Der europäische Markt für PV-Speicher wird bis 2020 ein durchschnittliches jährliches Marktwachstum von 60 Prozent zeigen und 2020 ein Volumen von 166.000 Neuinstallationen erreichen, so Markus A.W. Hoehner. Wachstumstreiber seien vor allem Preissenkungen, die PV Speicher im Strommarkt wettbewerbsfähig machen. Das Beispiel Deutschland zeige, wie wichtig die richtigen Rahmenbedingungen als Anreizinstrument für einen Wachstumsmarkt sind.

Durch die bereits heute im deutschen Netz signifikante Einspeisung von Strom aus fluktuierenden, regenerativen Energiequellen wie Wind oder PV steigt der Ausgleichsbedarf durch schnell regelbare Kraftwerkskapazitäten oder entsprechend Flexibilitätsoptionen durchdezentrale Speichersysteme. Stromspeicher können Überschüsse in der Stromerzeugung aufnehmen und bei entsprechender Stromnachfrage zeitlich voneinander entkoppelt wieder einspeisen, so dass Strom dann zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird. Darüber hinaus lassen sich Speicher dezentral dort einsetzen, wo regenerative Erzeugungskapazitäten in hohem Maß zur Verfügung stehen und die Netzarchitektur Speicher notwendig macht.

Speichersysteme: Für Netzinfrastruktur und offgrid-Anwendungen

Auch international beobachten die Marktexperten eine steigende Nachfrage im Speichersegment. Doch während in Industrieländern Speicher zur Unterstützung der Netzinfrastruktur eingesetzt werden, spielen sie in Schwellen- und Entwicklungsländern vor allem als offgrid-Anwendung eine zunehmende Rolle, um auch die ländliche Elektrifizierung voranzutreiben. Auch ein instabiles Netz trägt zu einer steigenden Nachfrage nach Stromspeichern bei. (gra)

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