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Energieeffizienz: Wie Potenziale bei kleinen und mittelständischen Unternehmen genutzt werden können, erklärt die Broschüre der Mittelstandsinitiative. (Quelle: Weissblick/Fotolia)

Energieeffizienz: Handlungsempfehlungen für kleine und mittlere Unternehmen

Unternehmen haben viele Möglichkeiten, um eine höhere Energieeffizienz zu erreichen – aber nicht alle nutzen ihre Einsparpotenziale. Warum nicht? Eine aktuelle Umfrage der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz erforscht die Gründe und gibt Tipps.

Schon seit Jahren investieren Unternehmen in Maßnahmen und Prozesse, um ihre Energiebilanz zu verbessern. Zugleich leisten sie mit ihren Energieeinsparungen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und tragen dazu bei, die deutschen Klimaziele zu erreichen. Trotzdem schöpfen gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihr Potenzial für mehr Energieeffizienz oft nicht aus, obwohl sich das wirtschaftlich lohnen würde. Eine Unternehmensumfrage der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz geht diesen Gründen nach und gibt Verbesserungsvorschläge.

Maßnahmen zur Energieeffizienz: Zu hohe Investitionskosten

Das wichtigste Ergebnis der Umfrage: In den meisten Fällen setzen Unternehmen keine Effizienz-Maßnahmen um, weil sie daran zweifeln, ob sich diese auch bezahlt machen. Besonders hohe Investitionskosten und lange Amortisierungszeiten wirken abschreckend. Dazu kommt, dass die Unternehmen oft nicht über genug Personal verfügen, um gezielt Einsparpotenziale zu ermitteln, die Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Aus diesen Ergebnissen hat die Mittelstandsinitiative im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) Handlungsempfehlungen für Unternehmen, für Multiplikatoren wie Kammern, Verbände oder Energieberater und vor allem für die öffentliche Hand, also Bund, Länder und Kommunen, abgeleitet.

Mittelstandsinitiative: Handlungsempfehlungen für mehr Energieeffizienz

Da viele Unternehmen gerade bei Beratungs-, Finanzierungs- und Förderoptionen unzureichende Kenntnisse haben, sind sowohl Energieberater als auch die Unternehmen gefragt, diese Informationsdefizite abzubauen. Die verschiedenen Angebote und Programme für alle Phasen sollten nahtlos ineinandergreifen; dafür sind bessere Absprachen zwischen der Vielzahl von Akteuren gefordert. Die öffentliche Hand sollte außerdem bei der Entwicklung von Förder- und Finanzierungsprogrammen enger mit Finanzinstituten zusammenarbeiten. Nur so lässt sich verhindern, dass beispielsweise Energieberatungen zwar sehr gefragt sind, Unternehmen letztendlich aber doch keine Maßnahmen umsetzen, weil ihnen wichtige Infos zur Finanzierung fehlen oder die Auswahlmöglichkeiten zu unübersichtlich sind. Die Broschüre mit allen Handlungsempfehlungen finden Sie als PDF zum Download auf der Webseite der Mittelstandsinitiative.

Thema Energie: Auf dem richtigen Weg

Trotz aller Schwierigkeiten zeigen die Umfrageergebnisse auch die vielen Fortschritte, die KMU beim Thema Energieeffizienz gemacht haben: 80 Prozent haben sich bereits zu Energiethemen beraten lassen oder haben vor, es zu tun. 65 Prozent haben einen Energie- oder Umweltbeauftragten benannt, um einen professionellen Umgang mit dem Effizienzthema zu gewährleisten. Und mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen haben bereits ein Energiemanagement eingeführt. (gra)

Energieeffizienz: Die Mittelstandsinitiative unterstützt hierbei kleine und mittelständische Unternehmen. (Quelle: Mittelstandsintiative Energiewende und Klimaschutz)
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