Recknagel
Ab 1. Juli 2015 gilt das E-Wärme-Gesetz in Baden-Württemberg: Das novellierte EWärmeG soll durch die verstärkte Einsparung fossiler Brennstoffe einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten. (Quelle: Weissblick/Fotolia.de)

Neues E-Wärme-Gesetz: Gilt ab 1. Juli 2015 in Baden-Württemberg

Am 1. Juli 2015, tritt die Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes in Baden-Württemberg in Kraft. Es ist das einzige Landesgesetz, das für Bestandsgebäude Verpflichtungen zum Einsatz Erneuerbarer Energien im Wärmebereich beim Heizungstausch beinhaltet. Es gilt für Gebäude ab dem Baujahr 2009.

Das novellierte EWärmeG soll durch die verstärkte Einsparung fossiler Brennstoffe einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Gebäudesektor ist ein wichtiger Ansatzpunkt, da rund 30 Prozent des CO2-Ausstoßes in Baden-Württemberg auf die Heizung und die Warmwasserbereitung in Gebäuden zurückzuführen sind. Konsequenterweise sollen deshalb künftig auch Nichtwohngebäude (z. B. Bürogebäude) einen Beitrag leisten. Bisher betrifft das Gesetz nur Wohngebäude.

Das EWärmeG ist ein wichtiges Instrument, um erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung in ältere und alte Gebäude zu bringen und durch geeignete Maßnahmen die Energieeffizienz zu erhöhen.

Die wesentlichen Inhalte der Novelle des EWärmeG 2015:

  • Durch das Inkrafttreten des EEWärmeG 2015 sind die Regelungen für den Neubaubereich im EWärmeG hinfällig geworden. Das EWärmeG wird daher um diese Vorschriften bereinigt.
  • Während bei Wohngebäuden die bisherige Nutzungspflicht fortgeschrieben und teilweise modifiziert wird, werden private und öffentliche Nichtwohngebäude erstmals in die Nutzungspflicht einbezogen.
  • Der Pflichtanteil wird von 10 auf 15 Prozent angehoben. Anknüpfungspunkt bleibt der Austausch einer zentralen Heizanlage.
  • Die Solarthermie ist nicht mehr „Ankertechnologie“. Die Palette der Erfüllungsoptionen wird ausgeweitet und die Kombination verschiedener Erfüllungsmöglichkeiten zugelassen. Eine schematische und vereinfachende Übersicht (unverbindlich, nicht Bestandteil des Gesetzes) über die geplanten Erfüllungsoptionen für Wohngebäude und Nichtwohgebäude können auf dieser Seite heruntergeladen werden.
  • Es wird erstmals der Aspekt eines gebäudeindividuellen energetischen Sanierungsfahrplans in das Gesetz aufgenommen, um eine Verbindung zwischen dem gebäudebezogenen Wärmebedarf und einer energetischen Gesamtbetrachtung des Gebäudes herzustellen. Dem Sanierungsfahrplan kommt eine wichtige Informations-, Beratungs- und Motivationsfunktion zu.

§ 26 EWärmeG 2015 sieht vor, dass auf Gebäude deren Heizanlage vor dem 1. Juli 2015 ausgetauscht wurde, das EWärmeG 2008 anzuwenden ist. Das Gesetz sieht einen abgeschlossenen Austausch vor, d.h. die neue Heizanlage muss betriebsbereit eingebaut sein. Eine Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger muss bis zum 1. Juli 2015 nicht stattgefunden haben, um noch unter die Regelungen des EWärmeG 2008 zu fallen. Weitere Informationen sind unter https://um.baden-wuerttemberg.de abrufbar. (gra)

Mehr zum Thema: Praxis Wärmepumpe. Technik, Planung, Installation. Stefan Sobotta, 340 S., 2015 ISBN: 9783410233626. 

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