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Bei den Verhandlungen des EU-Rats haben sich die Mitgliedstaaten auf ein unverbindliches Energieeffizienzziel von 27 Prozent verständigt.

Unterschiedliche Verbandsreaktionen auf das gesenkte Energieeffizienzziel des Europäischen Rates

Der Europäische Rat hat ein unverbindliches Energieeffizienzziel von nur noch 27 % bis 2030 beschlossen. Die Branchenvertreter äußerten sich dazu differenziert.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich im Europäischen Rat am 23. Oktober 2014 auf ein unverbindliches Energieeffizienzziel von nur noch 27 Prozent bis 2030 verständigt. Die EU-Kommission hatte ein Effizienzziel von 30 Prozent gefordert. Das nun festgesetzte Ziel von 27 Prozent ist weder auf nationaler noch auf EU-Ebene verbindlich. Im Jahr 2020 soll das Ziel dann "mit Blick auf ein EU-Niveau von 30 Prozent überprüft" werden.

Die Reaktionen aus der Branche fielen unterschiedlich aus: 

„Bankrotterklärung der europäischen Energiepolitik“, so nennt es Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)  

„Der Europäische Rat hat versagt“, erklärt Günther Mertz, Geschäftsführer der Repräsentanz der Verbände der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA-Repräsentanz)  

„Einigung ist ein wichtiges Signal für Klimakonferenz“: Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. zeigt sich zufrieden.  

„Der EU-Kompromiss gefährdet den schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien“, kritisiert Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE Bundesverbandes Erneuerbare Energie.  

„Ziele müssen nicht nur gesteckt, sondern auch erreicht werden“, sagt Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverband Wärmepumpe e.V. (BWP)

Hintergrund:

  • Am 23. Oktober haben die Staats und Regierungschefs der EU in Brüssel einen Beschluss zum Energie- und Klimapaket für die Zeit bis 2030 gefasst. Weitere Informationen...
  • Vorausgegangen sind die Empfehlungen der EU-Kommission, ein Treibhausgasziel von 40 Prozent, ein Ausbauziel für erneuerbare Energien von 27 Prozent sowie ein Energieeffizienzziel in Höhe von 30 Prozent festzulegen.
  • Das EU-Parlament hatte sich zuvor im Frühjahr für ein verbindliches Effizienzziel von 40 Prozent ausgesprochen.
  • Diese Höhe empfehlen ebenso das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung als volkswirtschaftlich sinnvollsten Pfad.
  • Zuletzt hatten sich auch 49 Unternehmen und Wirtschaftsverbände für ein verbindliches 40-Prozent-Ziel ausgesprochen. Weitere Informationen...
  • Während das Klima- und das Erneuerbaren-Ziel bereits für 2020 verbindlich waren, war das Energieeffizienzziel bislang unverbindlich. Eine Empfehlung, dieses erstmalig auch verbindlich festzuschreiben, hat die Kommission nicht abgegeben und die Beantwortung dieser Frage den Staats- und Regierungschefs überlassen. Weitere Informationen..
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