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Kraft-Wärme-Kopplung und dezentrale Solarthermie: Innovative Wärmeversorgung für Freiburger Neubaugebiet

In einem bundesweit bisher einzigartigen Vorhaben haben sich die Badenova-Tochter WÄRMEPLUS und das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE mit Unterstützung der Stadt Freiburg zusammengeschlossen und ein innovatives, solarthermisches Energiesystem für ein innerstädtisches Neubaugebiet entwickelt.

In einem bundesweit bisher einzigartigen Vorhaben haben sich die Badenova-Tochter WÄRMEPLUS und das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE mit Unterstützung der Stadt Freiburg zusammengeschlossen und ein innovatives, solarthermisches Energiesystem für ein innerstädtisches Neubaugebiet entwickelt.

Im Neubaugebiet Gutleutmatten wird erstmalig eine Wärmeversorgungsanlage auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung mit dezentraler Solarthermie kombiniert.

Solarthermie ermöglicht Abschalten des Wärmenetzes im Sommer


Das Konzept sieht eine Kombination von dezentraler Solarthermie und der Fernwärme aus dem Heizkraftwerk in der Staudinger-Gesamtschule vor. Die solarthermischen Anlagen decken dabei den sommerlichen Wärmebedarf und ermöglichen in dieser Zeit ein Abschalten des Wärmenetzes.

Die Badenova Wärme-Tochter WÄRMEPLUS baut und betreibt das Wärmenetz sowie alle Hausanlagen einschließlich Solarkollektor-Anlage, Wärmespeicher, Übergabestation und Trinkwassererwärmung. Das Unternehmen investiert rund 3,5 Millionen Euro in das Vorhaben.

Heizkraftwerk produziert grünen Strom für mehr als 1.200 Haushalte

Geschäftsführer Klaus Preiser freut sich über die neue Herausforderung: „Wir werden zeigen, dass eine Fernwärmeversorgung auch für Gebäude mit sehr gutem Wärmeschutz Sinn machen kann. Dies realisieren wir in Gutleutmatten zum einen durch eine effiziente Wärmeerzeugung aus unserem mit Biomethan betriebenen Heizkraftwerk in der Staudinger-Gesamtschule, das gleichzeitig grünen Strom für mehr als 1.200 Haushalte produzieren wird. Zum anderen erreichen wir dies durch die konsequente Einbindung von Solarwärme. Damit ist das Projekt bundesweit derzeit einzigartig und hat klaren Pionier-Charakter.“

Fraunhofer ISE liefert energiewirtschaftliche Bewertung von solarthermischen Systemen in der innerstädtischen Energieversorgung

Um Ergebnisse und Erfahrungen im Nachhinein für andere Projekte nutzbar zu machen, wird das Projekt im Rahmen des gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Solarthermie in der städtischen Energieversorgung (EnWiSol)“ des Fraunhofer ISE und BadenovaWÄRMEPLUS durch ein Team des Fraunhofer ISE begleitet und analysiert.

„Ziel des Vorhabens ist eine energiewirtschaftliche Bewertung von solarthermischen Systemen in der innerstädtischen Energieversorgung. Auch die Entwicklung von Betriebsführungsstrategien von Wärmeversorgungsanlagen auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit dezentraler solarthermischer Erzeugung wird untersucht“, kommentiert Sebastian Herkel, Abteilungsleiter Solares Bauen beim Fraunhofer ISE.

Im Optimalfall ließen sich daraus allgemeingültige Regeln für die langfristige Nutzung von Solarthermie in vergleichbaren Wohnquartieren und vor dem Hintergrund einer sich massiv ändernden Energieversorgungsstruktur ableiten.

Ökologisches Vorzeigeprojekt

Das Neubaugebiet Gutleutmatten liegt im Stadtteil Haslach, der im Rahmen des baden-württembergischen Förderkonzeptes „Klimaneutrale Kommune als Energiequartier Haslach“ weiterentwickelt wird. Die Stadt hatte badenova beauftragt, gemäß den städtebaulichen Wettbewerbszielen eine innovative Energieversorgung zu entwickeln, um ein weiteres aus ökologischer Sicht beispielhaftes Vorzeigeprojekt zu realisieren. Auf 4,1 Hektar sollen bis 2017 etwa 500 neue Wohneinheiten für rund 1300 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen. Der Versorgungsumfang des Projekts liegt bei geplanten 39 Mehrfamilienhäusern und 10 Reihenhäusern mit einer beheizten Nutzfläche von etwa 40.000 m2. Das zentral gelegene Baugebiet ist somit Bestandteil der stadtteilorientierten Klimaschutzpolitik und ein Großprojekt mit besonderer Bedeutung im Raum Freiburg.

Das Bundesumweltministerium fördert das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des Fraunhofer ISE und BadenovaWÄRMEPLUS mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro im Rahmen seines Forschungsprogramms für erneuerbare Energien.

Bild: WÄRMEPLUS baut und betreibt das Wärmenetz sowie alle Hausanlagen einschließlich Solarkollektor-Anlage, Wärmespeicher, Übergabestation und Trinkwassererwärmung.

Quelle: badenova AG & Co. KG | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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