Recknagel
Wärmepumpe
Vermessung einer neuartigen Verteilerstruktur zur Verdampfung des Kältemittels einer Wärmepumpe. (Quelle: Fraunhofer ISE)

Heiztechnik der Zukunft: Feldtests bestätigen hohes Potenzial von Wärmepumpen

Wärmepumpen können auch im Gebäudebestand effizient arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE anhand von Feldtests der vergangenen zwölf Jahre. Jetzt hat das Forschungsinstitut erstmals die Daten der neuesten Langzeitbeobachtung vorgestellt.

Die Untersuchungen zeigen, dass sich die Effizienz von Luft/Wasser-Wärmepumpen im Vergleich zu einem früheren Projekt im Bereich der Bestandsgebäude um etwa 20 Prozent gesteigert hat.

Feldtest und Studie

Wärmepumpen werden sich zur zukünftig wichtigsten Heiztechnik in Deutschland entwickeln. Wärmepumpen sollen im Jahr 2050 zwischen 65 und 90 Prozent der Niedertemperaturwärme in Gebäuden bereitstellen

, sagt Dr. Marek Miara, Koordinator Wärmepumpen am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg.

Er stützt sich bei diesen Zahlen auf die Studie „Was kostet die Energiewende“, die das Institut 2015 erstellte und deren zugrunde liegendes Rechenmodell für die Optimierung von Transformationspfaden nationaler Energiesysteme REMod seither in vielfältigen Projekten zum Einsatz kam.

Potenzial von Wärmepumpen: Feldtest-Ergebnisse

Die neuesten Feldtest-Ergebnisse des Fraunhofer ISE bestätigen nun das große Potenzial von Wärmepumpen. Es wurden überwiegend Wärmepumpen in Gebäuden untersucht, die zwischen 1950 und 1995 installiert wurden. Die Auswertungen zeigen, dass die neue Generation von Anlagen im Mittel knapp 20 Prozent an Effizienz gewonnen hat. Vergleichsbasis ist dabei ein Projekt mit ähnlichem Fokus von vor zehn Jahren. Die Effizienzgewinne liegen einerseits an den Geräten selbst, andererseits an verbesserten Installationen sowie Wärmeübergabesystemen, die geringere Heizkreistemperaturen ermöglichen. Die mittleren Jahresarbeitszahlen (JAZ) der Luft/Wasser-Wärmepumpen liegen bei 15 gemessenen Anlagen zwischen 2,5 und 3,4. Ein umfassend saniertes Gebäude erreichte eine JAZ von 4,1. Die Jahresarbeitszahl beschreibt das Verhältnis von erzeugter Heizungswärme zur eingesetzten Antriebsenergie.

Fraunhofer ISE baut Wärmepumpenbereich aus

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Wärmepumpen hat das Fraunhofer ISE Laborflächen und Mitarbeiterzahl in diesem Bereich erhöht. Im Rahmen mehrerer Projekte untersuchen die Forscher unter anderem Anwendungen von Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern. Ein Fokus dabei ist die Warmwasserbereitung in diesem Bereich. Anfang 2018 plant das Testlabor zur Vermessung von Wärmepumpen seine Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) und kann dann damit offizielle Zertifikate für die Leistungsdaten von Wärmepumpen ausstellen. (fei)

Verwandte Themen
Kamin- und Kachelöfen
Strengere Grenzwerte für alte Kamin- und Kachelöfen weiter
Zentralverband Sanitär Heizung Klima, ZVSHK
Helmut Bramann wird neuer ZVSHK-Hauptgeschäftsführer weiter
CIGS-Solarzellen
Deutsch-französische Kooperation zur CIGS-Dünnschichtphotovoltaik weiter
Regler Flow-R verteilt Strom im Netz
Energiewende: Neuer Regler verteilt Strom einfach und effizienter im Netz weiter
Deckenstrahlplatten von Frenger
Deckenstrahlheizung von Frenger: Mit neuer Technologie Heizenergieverbrauch halbieren weiter
Erster passgenauer Drosselklappenantrieb für die HLK-Branche von Belimo weiter

Relevante Publikationen aus unserer RECKNAGEL-Edition für Sie:

"Energetische Inspektion in der Technischen Gebäudeausrüstung" von Joachim Trogisch
Leitfaden für Kompressionswasserkühlsätze
"Leitfaden für Lüftungs-und Klimaanlagen" von Lars Keller
"EnergieSynergie - optimiert planen, bauen und sanieren" von Volker Drusche