Recknagel
Sonnenfinsternis, PV-Leistung
Sonnenfinsternis: Scheint die Sonne ungetrübt am 20.03.2015, wirkt sich der Kernschatten am Vormittag deutlich auf die bundesweite PV-Leistung aus. (Quelle: Kurt F. Domnik/pixelio.de)

Sonnenfinsternis: Auswirkungen auf Systemstabilität der deutschen Stromversorgung

Im Vorfeld der Sonnenfinsternis am Vormittag des 20.03.2015 stellen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg eine Analyse zu deren Auswirkungen auf die deutsche Stromversorgung vor.

Im Mittelpunkt steht dabei die Simulation der durch Photovoltaikanlagen erzeugten Stromeinspeisung während der partiellen Sonnenfinsternis. Diese wird durch die Verschattung der Sonne durch den Mond temporär einen Einbruch verzeichnen. In die Simulation fließen auch historische Messdaten realer PV-Anlagen mit ein. „Damit können wir für eine Vielzahl unterschiedlicher und realitätsnaher Wetterereignisse die Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die deutschlandweite PV-Leistung abbilden“, berichtet Projektleiter Prof. Bruno Burger. Hierbei zeigen sich große Unterschiede: Geringe Auswirkungen auf die Stromversorgung sind an einem stark bewölkten Tag zu erwarten, denn da wäre die eingespeiste Leistung der Photovoltaikanlagen ohnehin relativ gering. Scheint die Sonne jedoch ungetrübt auf die rund 1,4 Millionen PV-Anlagen in Deutschland, wie beispielsweise am 20.03.2014, wirkt sich der Kernschatten am Vormittag deutlich stärker auf die bundesweite PV-Leistung aus.

Die Analyse der Freiburger Wissenschaftler zeigt, dass sich die eingespeiste PV-Leistung durch den vorüberziehenden Kernschatten besonders schnell ändern kann: Zunächst nimmt die Leistung mit aufziehendem Schatten deutlich ab, um nach Überschreiten der maximalen Verschattung in kurzer Zeit wieder erheblich anzusteigen. „Im Falle eines sonnigen Märztags, kann diese zeitliche Änderung der PV-Leistung den Maximalwert des Jahres 2014 um den Faktor 2,5 übersteigen“, fasst Prof. Burger die Simulationsergebnisse zusammen und gibt gleichzeitig Entwarnung: „Unsere Analysen zeigen jedoch auch, dass der konventionelle Kraftwerkspark und insbesondere die flexiblen Pumpspeicherkraftwerke technisch in der Lage sind, diese zeitlichen Änderungen der PV-Leistung auszugleichen. Zudem sind auch Windenergieanlagen und große PV-Anlagen technisch in der Lage, ihre Einspeiseleistung in kürzester Zeit zu reduzieren und dadurch zur Systemstabilität beizutragen.“ (fei)

Verwandte Themen
Energieeffizienz, Energy Efficiency Award 2017
Energy Efficiency Award 2017: Das sind die Preisträger weiter
Heizungstechnik, Heizspiegel 2017, energetische Sanierung
Neuer Heizspiegel zeigt: Verbraucher zahlen 2017 wohl mehr weiter
Energieberater
Neue VDI 3922 Blatt 2 zur Feststellung der Kompetenz von Energieberatern weiter
Energieversorgung, Regionale Virtuelle Kraftwerke
Zum Abschluss des Projektes „Regionales Virtuelles Kraftwerk – Feldtestphase“ weiter
Energieeffizienz von Gebäuden
Energetische Bewertung von Gebäuden: Nationale Ergänzungen zur DIN EN 12831 sind in Arbeit weiter
Aktueller Stand: Forschungsprojekt „Thermisch/Elektrisches Anlagen-EKG von Gebäuden und... weiter

Relevante Publikationen aus unserer RECKNAGEL-Edition für Sie:

"Energetische Inspektion in der Technischen Gebäudeausrüstung" von Joachim Trogisch
Leitfaden für Kompressionswasserkühlsätze
"Leitfaden für Lüftungs-und Klimaanlagen" von Lars Keller
"EnergieSynergie - optimiert planen, bauen und sanieren" von Volker Drusche