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Solare Wärme standardisiert einspeisen
Kombinierte Hausanschluss- und Netzeinspeise-Station: In der Emulationsumgebung an der TU Dresden. (Quelle: Technische Universität Dresden)

Viessmann und TU Dresden: Solare Wärme standardisiert einspeisen

Um Solarthermie-Anlagen mit einem Fernwärmenetz zu koppeln, fehlt es bislang an Standards. Laut BINE Informationsdienst des BMWi erarbeiten Viessmann und die TU Dresden Vorschläge für eine künftige Standardisierung, die durch Vereinheitlichung von Schaltungsvarianten Kosten spart.

Fernwärmenetze bieten bereits die Infrastruktur zur Verteilung und teilweise auch zur Speicherung erneuerbarer Energien, und können damit einen wichtigen Beitrag für geringere CO2-Emissionen leisten. Weil Fernwärme und Solarthermie hohe Investitionskosten, aber vergleichsweise geringe betriebs- und verbrauchsgebundene Kosten aufweisen, agieren beide Branchen bislang meist getrennt voneinander.

Fernwärme und Solar: Neue technische Lösungen

Für den Ausbau der Solarisierung bestehender und neuer Fernwärmenetze sind daher niedrige Investitionskosten und neue technischen Lösungen samt fortschrittlicher Steuerungs- und Regelungstechnik gefragt. Wenn man es schafft, Solarwärme von Anlagen mit 100 bis mehreren 1.000 m² in Wärmenetze integrieren, liegen die spezifischen Investitionskosten gegenüber heute üblichen solarthermischen Kleinanlagen deutlich niedriger. In Skandinavien sind Fernwärmenetze mit sehr großen Solarthermiefeldern schon weit verbreitet. Bestehende Fernwärmenetze in Deutschland arbeiten jedoch meist mit deutlich höheren Systemtemperaturen und Drücken. Platz ist lokal oft nur für 100 bis 300 Quadratmeter große Anlagen; daher sind Anpassungen erforderlich.

Kopplung mit dem Fernwärmesystem: Standards fehlen

Den kurzfristig zu erschließenden Hauptmarkt sehen die Forscher für beide Branchen bei bestehenden Mehrfamilienhäusern. In diesen sind Hausanschluss-Stationen oder Kesselanlagen mit jeweils Hersteller-spezifischen Regler-Schnittstellen installiert. Dr. Bernd Hafner, Leiter des Projektes Solstand für den Industriepartner Viessmann, erklärt: „Kleine Solarthermie-Anlagen lassen sich leicht durch das örtliche Handwerk nachrüsten.“ Es bestehen jedoch zur Kopplung mit dem Fernwärmesystem bislang keine Standards, ebenso fehlen bislang sogenannte Turn-Key-Lösungen und Planungsgrundsätze für große Solaranlagen.

Daher arbeiten die Forscher bei Viessmann und der Technischen Universität Dresden an Vorschlägen für eine künftige Standardisierung. „Wir erarbeiten Vorschläge, die die Schnittstellen und Systemkonfigurationen sowohl auf der Gebäude- als auch der Fernwärmeseite für eine sinnvoll begrenzte Anzahl von Varianten des kombinierten Anschlusses von Fernwärmebezug und solarer Einspeisung an das Fernwärmesystem beinhalten“, fügt Hafner hinzu. Dazu gehöre auch die Möglichkeit der Einspeisung solarer Überschüsse in das Netz innerhalb einer Hausanschluss- und Netzeinspeise-Station. (asc)

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