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Erneuerbare Energien: Wie steht Hamburg in Sachen dezentrale Energieversorgung da? - Dieser Frage geht eine Studie des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg nach. (Quelle: BET/Renewable Energy Hamburg)

Erneuerbare Energien: Studie belegt Hamburgs Potenzial bei der dezentralen Energieversorgung

In Wissenschaft und Wirtschaft der Metropolregion Hamburg nimmt die Entwicklung innovativer Erneuerbare-Energien-Projekte einen zentralen Stellenwert ein. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH).

Die Studie „Status Quo und Potentialanalyse von Speichertechnologien, Energieinfrastrukturen und Lastmanagement für Unternehmen in der Metropolregion Hamburg“ erbringt eine umfassende Bestandsaufnahme der Speicher- und Flexibilisierungsprojekte im Erneuerbare-Energien-Bereich in der Metropolregion: 

Insgesamt werden 25 Industrie- und Pilotprojekte sowie 34 Forschungsprojekte der Hochschulen aufgeführt. Als Motoren der Entwicklung hebt die Studie vor allem den Energiecampus der HAW Hamburg mit seinem Netzintegrationslabor, die Ideen für thermische Batterien an der Leuphana Universität Lüneburg, die Wärmespeicher für das Fernwärmenetz Hamburgs in Tiefstack von Vattenfall, und die elektrischen Fahrzeuge im Hafenbetrieb hervor. Außerdem untersuchten die Autoren in einem Betrachtungszeitraum von heute bis 2030 unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sowohl verschiedene Speichermöglichkeiten als auch Vorhaben, um Energie flexibler zu verbrauchen – Stichwort Lastmanagement.

EEHH-Studie: Energiesystem soll flexibler werden

Mit den Studienergebnissen sollen alle an der Energiewende beteiligten Akteure in der Metropolregion Hamburg stärker sensibilisiert werden, das Energiesystem flexibler zu gestalten. Die Studie untersuchte, welche Technologien sich dazu am besten in städtischen Ballungsräumen, Industriegebieten und im ländlichen Raum eignen.

Die gesetzlichen Regelungen für den Einsatz einzelner Flexibilitätsoptionen sind hochkomplex und führen vielfach dazu, dass Maßnahmen heute noch unwirtschaftlich sind. Die Studie plädiert dafür, den Rechtsrahmen und die Netznutzungsverordnungen weiter zu entwickeln.

Flexibilität hat bis dato im heutigen Energiemarktdesign nur einen geringen Wert. Sobald weitere Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien, vor allem Windenergie und Photovoltaik, ans Netz gehen, wird die Energie dargebotsabhängiger, d.h. sie hängt von den jeweiligen Wetterbedingungen ab. Die Flexibilität im Energieverbrauch wird bedeutender. Unverzichtbar laut Studie ist es, das Stromnetz um- bzw. auszubauen. „Die Dynamisierung der Strompreisbestandteile in Abhängigkeit des Strombörsenpreises könnte, wie auch im Grünbuch des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vorgeschlagen, eine Möglichkeit darstellen, die wirtschaftlichen Anreize zum Bau und zur Nutzung weiterer Flexibilitätsoptionen zu stärken“, so Oliver Donner, vom Büro für Energiewirtschaft und technische Planung (BET), das die Studie verfasste.

Erneuerbare Energien: Neuartige Speichermöglichkeiten eröffnen Potenzial

Hamburgs Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Frank Horch bewertet die Studie folgendermaßen: „Die vorliegende Studie stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass die gesamte Metropolregion Hamburg über ein enormes Potenzial an innovativen Erneuerbare-Energien-Projekten verfügt. Dazu gehört eine Vielzahl von neuartigen Speichermöglichkeiten. In ihrer Gesamtheit bilden diese Projekte die Grundlage für ein komplexes und intelligentes Energiesystem, von dem einerseits die Stadt Hamburg als großer Energiekonsument, aber auch das Umland als Energieproduzent profitieren kann.“

Die vollständige Studie finden Sie hier. (gra)

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