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Smart Home: OGEMA 2.0 stimmt die Steuerung von Energieerzeugern und -verbrauchern aufeinander ab. (Quelle: bmwi-energiewende.de)

Smart-Home: OGEMA 2.0 koordiniert komplettes Energiemanagement

Photovoltaikanlage auf dem Dach, Blockheizkraftwerk im Keller: Immer mehr Haushalte, Betriebe und öffentliche Gebäude sind Energieerzeuger und -verbraucher in einem. Hier setzt die BMWi-geförderte Software-Entwicklung OGEMA 2.0 an.

Das Energiemanagement-System passt sich an die verschiedenen Energieerzeuger, -verbraucher und Steuerungssysteme an. Die Software ist zudem mit den intelligenten Stromnetzen und -zählern (Smart Grids und Smart Metern) vereinbar, die in Zukunft Erzeuger und Verbraucher in Deutschland bestmöglich in die intelligente und dezentrale Energieversorgung einbinden sollen. Bisher scheitert diese Abstimmung jedoch oft an der Vielzahl von Systemen und Geräten unterschiedlicher Hersteller, die nicht miteinander kompatibel sind.

OGEMA 2.0: Führt verschiedene Komponenten zusammen

Im Ergebnis ist mit OGEMA 2.0 nun nur noch ein System nötig, um das eigene Energiemanagement komplett zu steuern, auf das über heimische Computer, Tablets oder Smartphones zugegriffen werden kann. OGEMA 2.0 ermöglicht das Zusammenspiel von Informationen, Geräten und Anwendungen verschiedener Hersteller.  Die Software ist quelloffen und basiert auf der weit verbreiteten Programmiersprache Java. Deshalb können sowohl die Hersteller von Systemen und Geräten als auch die Anbieter von Energiedienstleistungen sowie die Nutzer selbst individuelle Apps entwickeln und in die Software einbetten.

Mithilfe dieser Apps lassen sich beispielsweise der Energieverbrauch abbilden und auswerten, variable Stromtarife anzeigen und auswählen oder Elektrogeräte und Beleuchtungsanlagen an- und ausschalten. Ein weiteres Beispiel ist die Verarbeitung von Informationen aus Wetterprognosen, die dabei helfen, den Ertrag von Photovoltaikanlagen vorherzusagen oder Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit wetterabhängig zu regeln. Die Apps stellt sich jeder Nutzer je nach Bedarf zusammen und erhält so ein leicht zu bedienendes Energiemanagementsystem quasi aus einer Hand, mit dem sich laut Hersteller ein ganzes Gebäude steuern lässt.

Smart-Home Software: Von Fraunhofer entwickelt

Die Software wurde von den drei Fraunhofer-Instituten für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), für Integrierte Schaltungen (IIS) und für Solare Energiesysteme (ISE) entwickelt. Die Software kann unter ogema.org frei heruntergeladen und getestet werden. Die Entwicklung der Software wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund fünf Millionen Euro gefördert. (gra)

Mehr zum Thema Energiemanagement: Erfolgreiches Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001, Grit Reimann, 140 S., ISBN: 9783410235491

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