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Sprachsteuerung für Smart-Home-Anwendungen: Die EML European Media Laboratory GmbH will Smart-Home über die Stimme bedienbar machen. Experten aus der Sprachtechnologie und der Signalverarbeitung arbeiten im EU-Projekt „LISTEN” daran. (Quelle: Dennys Prkhodov/Fotolia.de)

Smart Home oder Big Brother: Mit "LISTEN" kann man Smart-Home-Anwendungen über Sprache steuern

Unter dem Titel „LISTEN” („Hör zu”) wird im Rahmen eines neuen EU-Projekts ein Freisprechsystem für zur Steuerung des intelligenten Wohnens entwickelt. Partner aus Deutschland, Griechenland und Italien arbeiten gemeinsam an einer natürlich-sprachlichen Schnittstelle für Web-Services in sogenannten „Intelligenten Häusern“.

Für das EML European Media Laboratory GmbH haben Smart Home-Systeme bislang einen Haken: Sie können noch nicht ausreichend durch eine natürliche Schnittstelle bedient werden: unsere Stimme.

Wanzen in der Wohnung: Sprachsteuerung für Smart-Home-Anwendungen

Deshalb arbeiten nun Experten aus der Sprachtechnologie und der Signalverarbeitung zusammen im neuen EU-Projekt „LISTEN - Hands-free Voice-enabled Interface to Web Applications for Smart Home Environments”.  Sie entwickeln ein Spracherkennungssystem für intelligente Wohnungen, mit dem auch Internetanwendungen robust und natürlich-sprachlich gesteuert werden können. Zwei entscheidende Komponenten sind hierbei Erkennungsvokabulare und die geeignete Anordnung von Mikrofonen. Mit Hilfe des neuen Systems sollen sowohl Smart-Home-Funktionen als auch bestimmte Internetanwendungen nur durch Spracheingabe gesteuert werden.

LISTEN: Internationales Projekt mit vierjähriger Laufzeit

„LISTEN“ ist eine Marie Skłodowska-Curie-Maßnahme für Personalaustausch im Bereich Forschung und Innovation (RISE) im Rahmen von „Horizont 2020“. Start des auf vier Jahre angelegten Projekts war der 1. Juni 2015. Die EML European Media Laboratory GmbH aus Heidelberg wird ihr Spracherkennungssystem zur Verfügung stellen und die Technologien und Werkzeuge im Laufe des Projekts verbessern. Weitere Partner sind die RWTH Aachen, Cedat 85 (Italien) und die griechische Foundation for Research and Technology Hellas (FORTH), die auch die Projektkoordination durchführt.

Interaktion ausschließlich über Stimme

Ein Ziel des Projekts ist, dass Nutzer mit dem System ausschließlich durch die Stimme interagieren können. Das System ist so beschaffen, dass die Nutzer sich nicht einem Mikrofon, einem anderen elektronischen Gerät oder einem Headset zuwenden müssen. Für diese schwierige Aufgabe ist ein robustes Aufnahmesystem notwendig, das als drahtloses Netzwerk aus Akustiksensoren arbeitet. Dieses Netzwerk wird speziell für intelligentes Wohnen entwickelt. Das Projekt umfasst sowohl Software- als auch Hardwarekomponenten,  die in Echtzeit arbeiten müssen.

Mehrsprachig und mit großem Wortschatz

Ein weiteres Ziel ist, dass Benutzer einen gemeinsamen, sprachlichen Zugang zu Internet-Anwendungen und Smart-Home-Funktionen haben. Gerade für die Nutzung von Internetfunktionen wie Suchmaschinen, E-Mails und sozialen Netzwerken ist die automatische Spracherkennung mit großem Vokabular eine grundlegende Voraussetzung. „Wir werden unser Spracherkennungssystem dergestalt optimieren, dass damit sowohl Internet-Dienste als auch Smart-Home-Funktionen genutzt werden können“, sagt Dr. Siegfried Kunzmann,  F + E Leiter am EML.

„Wir werden außerdem mehrere Sprachen unterstützen.“ Der Fokus des Projekts liegt auf Englisch, Griechisch, Italienisch und Deutsch. So soll die einfache Anpassung des Systems an verschiedene Sprachen gezeigt werden. Die Umsetzung dieser beiden Ziele wird wegweisend für die Weiterentwicklung des  Technikstandes sein. Die teilnehmenden Partner möchten mit dem Projekt eine Brücke zwischen akustischer Sensorik und  Spracherkennungsforschung bilden. Sie bringen viel Know-how von beiden Seiten mit, um die interdisziplinäre Forschung und den Austausch zwischen Universitäten und Unternehmen auf europäischer Ebene zu fördern und zu stärken. (gra)

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