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Rohrinnensanierung, Fußbodenheizungen
Sanierung einer Fußbodenheizung: Ganzjährig ohne Einschränkung der Wohnqualität möglich. Die Heizungsanlage bleibt grundsätzlich in Betrieb. (Quelle: Rainer Sturm /pixelio.de)

Fachbeitrag: Rohrsanierung einer Fußbodenheizung nach DIN 4726

Kunststoffrohre der ersten Generation sind wegen ihres molekularen Aufbaus und ihrer niedrigeren Dichte für Gase durchlässig. Karim Kudsi, Vorstand der TGA Rohrinnensanierung AG, hat die Technologie oxy[proof]system entwickelt, mit der Rohre nach einer Sanierung sauerstoffdicht entsprechend DIN 4726 sind. In diesem Fachbeitrag erklärt Kudsi, warum die Sanierung einer Fußbodenheizung notwendig werden kann und wie sie schrittweise funktioniert.

Mit Aufkommen der Kunststoffrohre für Fußbodenheizungen in den 70er Jahren ist man davon ausgegangen, dass die Haltbarkeit der Rohre nahezu unbegrenzt sei. Weshalb sollte der Kunststoff auch kaputt gehen. Auf jeden Fall sollte dieser ein „Hausleben“ halten, dies war der Tenor. Heute gut 40 Jahre später weiß man, dass diese Aussagen sehr optimistisch ausgefallen sind. Die ersten Probleme ließen nicht lange auf sich warten. Kunststoffrohre der ersten Generation, die in den 70er Jahren bis Anfang der 90er Jahre verbaut wurden, sind wegen ihres molekularen Aufbaus und ihrer niedrigeren Dichte für Gase durchlässig. Und nicht nur das, dieser Umstand führt ebenfalls zu einem stetigen Abbau an Rohrsubstanz, was im schlimmsten Fall zur Stilllegung der Anlage führt.  

Rohrinnensanierung, Fußbodenheizungen
Bild 1: Ablagerung des Korrosionsproduktes auf der Rohrinnenseite. (Quelle: TGA Rohrinnensanierung AG)

1. Prozesse

Es finden zwei Prozesse statt:

  • Der spürbare Prozess ist die Verschlammung durch Korrosion. Stetig eindringender Sauerstoff über das Kunststoffrohr wird vom Heizungswasser aufgenommen und im Umlaufsystem verteilt. Sowohl alle Stahlteile einer Anlage als auch die Wärmeerzeugung werden dadurch massiv geschädigt. Leistungsverluste und ineffizient arbeitende Anlagen sind die Folge (siehe Bild 1).
  • Der schleichende Prozess – Die permanente Sauerstoffdiffusion durch den Kunststoff schädigt durch Oxidation bei abgedampften Stabilisatoren den Kunststoff selbst und zerstört diesen irreparabel.

 

 

In Fachkreisen ist bekannt, dass bei Sauerstoffdiffusion durch Kunststoffrohre auch deren Form durch Oxidation von Ketten oder Strukturelementen verändert wird, was in der Regel mit einer deutlichen Verschlechterung der Eigenschaften verbunden ist. Einfach ausgedrückt, das Rohr versprödet, Rissbildung und Undichtigkeiten können die Folge sein (siehe Bild 2).

Rohrinnensanierung, Fußbodenheizungen
Bild 2: Versprödete Rohre einer alten Fußbodenheizung. (Quelle: TGA Rohrinnensanierung AG)

Als Fazit lässt sich daraus ableiten: Ursachenbeseitigung heißt kompromisslose Reduzierung der Sauerstoffdiffusion auf ein absolutes Minimum. Nur so können das Problem der Versprödung und die damit einhergehende Verschlammung der Anlage nachhaltig unterbunden werden.

Die Prüfnorm DIN 4726 „Warmwasser-Flächenheizungen und Heizkörperanbindungen – Kunststoffrohr- und Verbundrohrleitungssysteme“ legt hier in der Klasse 4 fest, dass sauerstoffdichte Rohre nach dieser Norm bei einer Medientemperatur von 40 °C eine flächenbezogene Sauerstoffdurchlässigkeit von ≤ 0,32 mg/(m²·d) aufweisen müssen. Industriell löst man das Problem heute beispielsweise mit einer Sperrschicht aus Ethylen -Vinylalkohol (EVOH) als Zwischenschicht im Kunststoffrohr.

Bei der Sanierung einer alten Fußbodenheizung muss diese so wichtige Sperrschicht im Nachhinein eingebracht werden, natürlich ohne bauliche Maßnahmen.

Wie dies im Einzelnen funktioniert, wird in den folgenden Abschnitten beschrieben.

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