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Dezentrale Lüftungssysteme, Lüftungstechnik, LTG-Aktiengesellschaft
Lüftung dichtbesetzter Innenräume: Versammlungsstätten müssen ab einer Grundfläche von 200 m² mit einer maschinellen Lüftung ausgestattet werden. (Quelle: kasto/Fotolia.com)

Fachbeitrag: Dezentrales Lüftungskonzept für Innenräume mit hohem Frischluftbedarf

Ein Fachbeitrag von Dr.-Ing. Werner Roth und Dipl. Ing. Ralf Wagner von der LTG-Aktiengesellschaft über die Anforderungen an dezentrale Lüftungssysteme in dichtbesetzten Räumen.

Die Erfahrungen der LTG Aktiengesellschaft mit mehr als 1000 gelieferten FVS-Lüftungsgeräten zeigen, dass dezentrale Lüftungssysteme in dichtbesetzten Räumen für hauptsächlich fünf Anforderungen wirtschaftliche und innovative Lösungen bieten sollten:

  • Gute Raumluftqualität bei kontrollierter CO2-Konzentration
  • Niedrige Lüftungsgeräusche
  • Zugluftarme Raumbelüftung mit niedrigen Zulufttemperaturen und guter Lüftungseffektivität
  • Nutzung der Vorteile dezentraler maschineller und natürlicher Lüftung für höchste Energieeffizienz
  • Modulare, flexible Komplettlösungen vom Wetterschutzgitter bis zum Luftdurchlass mit reproduzierbaren technischen Daten, guter Kosten-Nutzen-Relation und einfacher Montage

1. Bedeutung der Lüftung dichtbesetzter Innenräume

Versammlungsstätten (> 200 Personen) müssen ab einer Grundfläche von 200 m² mit einer maschinellen Lüftung ausgestattet werden. Schul- und Besprechungsräume erreichen eine vergleichbare Belegungsdichte bis zu 1 Person/0,5 m² und sind gemäß der Arbeitsstättenverordnung mit „gesundheitlich zuträglicher Atemluft in ausreichender Menge“ zu versorgen. Die neue ASR A 3.6 [1] nennt eine Richtkonzentration von 1000 ppm Kohlendioxid. Zwischen 1000 und 2000 ppm besteht Handlungsbedarf, die Raumlüftung zu verbessern. Die ASR schließt die natürliche Lüftung nicht aus, fordert jedoch eine anteilige Fensteröffnungsfläche von mindestens 0,35 m²/Person. Oberhalb von 2000 ppm sind nach ASR und den Empfehlungen des Umweltbundesamts [2] weitergehende Maßnahmen zur Verbesserung der Lastabführung erforderlich. Häufig muss dann eine maschinelle Lüftung nachgerüstet werden.

Aus energetischer Sicht bestimmen die Lüftungswärmeverluste den Wärmebedarf eines dicht besetzten Raums. Eine Nachheizung des kalten Außenluftstroms allein durch die Personenwärme ist bei freier Lüftung nur in geringem Umfang möglich und unweigerlich mit Einbußen beim thermischen Komfort verbunden. Mit der Wärmerückgewinnung einer maschinellen Lüftung gelingt es, mehr als 80 % der Abluftwärme auf die Zuluft zu übertragen und die Lüftungswärmeverluste auszugleichen. Schulen können damit die Mindestanforderungen einer energetischen Sanierung einhalten und Zuschüsse beantragen. So sollte bei jeder energetischen Sanierung der Fassade geprüft werden, ob und wie eine Lüftungsanlage nachgerüstet werden könnte. Wenn Schächte und Technikräume fehlen und wenig Bauraum vorhanden ist, sind dezentrale, d. h. raumweise zugeordnete Lüftungsgeräte die wirtschaftlichste, häufig auch einzige Alternative.

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