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Wärmepumpe
Groß-Wärmepumpe in der Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung in Hamburg. (Quelle: BWP)

Wärmepumpen versorgen auch ganze Siedlungen und Quartiere

Auf der diesjährigen internationalen Wärmetagung Ende September in Köln trafen sich mehr als 80 Experten aus Politik, Industrie, Verwaltung und Handwerk und sprachen über Möglichkeiten und Hindernisse von Großwärmepumpen und Nahwärmenetzen und über bereits realisierte Projekte in Europa und insbesondere in Deutschland.

Wärmenetze, Wärmepumpe
Infografik des BWP zu nachhaltigen Wärmenetzen. (Quelle: BWP)

Wärmepumpen können auch als Teil von Wärmenetzen zur Versorgung ganzer Siedlungen oder Quartiere eingesetzt werden. Dabei wird die Wärme aus einer oder mehreren Wärmequellen gewonnen und dann durch ein Wärmenetz an die umliegenden Gebäude verteilt. So können beispielsweise eng bebaute Siedlungen regenerative Wärme nutzen, ohne auf jedem einzelnen Grundstück eine Wärmequelle erschließen zu müssen.

Wärmepumpen: Lösungen in Siedlungen und Quartieren

Für Wärmepumpenlösungen in Siedlungen und Quartieren stehen vor allem zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Klassische Nahwärme: Hier wird die gewonnene Wärme mittels Großwärmepumpe zentral auf das benötigte Temperaturniveau gehoben und dann per Übergabestationen in die Heizsysteme der Häuser eingespeist. Die Temperaturen im Nahwärmenetz sind daher entsprechend hoch. Bei dieser Lösung steht im Gebäude selbst keine Wärmepumpe.
  • Kalte Nahwärme: Dabei wird die Wärme in das Netz gespeist und erst im Gebäude von einer Wärmepumpe auf das benötigte Temperaturniveau gebracht. Die Wärmepumpe ersetzt bei diesem Konzept die Übergabestation. So können die Systemtemperaturen des Netzes niedrig gehalten werden. Wärmeverluste lassen sich auf diese Weise vermeiden und eine hohe Systemeffizienz wird sichergestellt. In einigen Stadtbezirken werden auf diese Weise auch Neubaugebiete mit Bestandsquartieren verknüpft.

Wärmequellen

  • Es gibt eine Vielzahl denkbarer Wärmequellen:
  • Erdwärme, gewonnen durch Sonden oder Kollektoren
  • Grundwasser, das über Brunnen nutzbar gemacht wird
  • Abwärme von Kühlanlagen, Industriebetrieben, Rechenzentren o. ä.
  • Abwasser, das mit konstant hohen Temperaturen durch die Kanalisation fließt
  • Solarthermie, insbesondere große Freiflächenanlagen
  • Bioenergie- oder KWK-Anlagen

Zahlreiche Referenzprojekte zeigen, dass der Kombination unterschiedlicher Wärmequellen (Erdwärme, Grundwasser, Abwärme) und der Einbindung weiterer Energie- und Wärmeerzeuger (KWK, PV, Solarthermie) kaum Grenzen gesetzt sind.

Förderung von nachhaltigen Wärmenetzen

Mit der Förderung von „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ gibt es seit dem 01.07.2017 erstmals eine systemische Förderung im Bereich der Wärmeinfrastruktur. Damit sollen zukunftsfähige Wärmenetzsysteme gefördert werden, die den langfristigen Zielen der Energiewende besonders entsprechen. Gefördert werden sowohl Machbarkeitsstudien als auch die Realisierung konkreter Projekte. Dabei kann es sich sowohl um den Neubau eines Netzes als auch um die Transformation bestehender (Teil-)Netze handeln. Die zuständige Behörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Wärmetagung 2017

Die internationale Wärmetagung wird veranstaltet vom Bundesverband Wärmepumpe, Wärmepumpe Austria und der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz. (fei)

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