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Smart Textiles

Flächenmaterialien mit Textilintelligenz empfehlen sich zunehmend für bautechnische Produktentwicklungen im Mittelstand. Impulse dafür will das 5. Anwenderforum „SMART TEXTILES“ vom 08.-09.03.2017 im österreichischen Wolfurt geben.

Im eigenen Haus entwickelte Textilien „mit Grips“ haben nach Aussagen von Prof. Götz Gresser, Chef des veranstaltenden Instituts für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf, mit Blick auf Architektur, Bau, Energietechnik oder Innenausstattung enormes Umsatzpotenzial.

"Damit Konstrukteure und Entwickler wissen, welche revolutionär neuen Flächenmaterialien inzwischen anklopfen, bringen wir zum Smart Textiles-Forum Wissenschaft und Mittelstand aus der D-A-CH-Region zusammen. Das ITV arbeitet seit über einem Jahrzehnt an intelligenten Funktionstextilien, darunter Leuchttextilien oder lichtlenkende Multiaxialgewebe", so Gresser.

Bautechnische Anwendungschancen durch Smart Textiles

Smart Textiles mit prognostizierter jährlicher Wachstumsrate von weltweit 20 bis 30 Prozent haben bereits zahlreiche Mittelständler angeregt, mit neuen Produkten zusätzliche Umsatzstandbeine zu schaffen. Zwei Beispiele, die Planer, Architekten und Bauunternehmer auf der Tagung beim Hersteller von Seil- und Gondelbahnen Doppelmayr/Garaventa inspirieren sollen:


Gewebe mit lichtlenkenden Eigenschaften stellt Tobias Raithel, Entwicklungsleiter der ETTLIN Spinnerei und Weberei Produktions GmbH & Co. KG im baden-württembergischen Ettlingen, vor: Das neu entwickelte Beschattungsgewebe LenoShade dürfte mit Blick auf neue Sonnenschutzlösungen vor allem Architekten, Planer und Bauunternehmer ansprechen. Das Gewebe wird als Verbundmaterial zwischen zwei Glasscheiben eingebettet, soll im Fassadenbereich als winkelselektiver Sonnenschutz durch gezielte Anordnung unterschiedlicher Garndurchmesser den Lichteinfall in Abhängigkeit vom Sonnenstand regulieren: Steht die Sonne hoch, werden ihre Einstrahlung und die Raumerwärmung gering gehalten. Bei niedrigem Sonnenstand gelangen Licht und Wärme dagegen ungehindert ins Rauminnere.

Beschattungstextilien mit intelligenter Zusatzfunktion

Markus Regenstein, Chef der Penn Textile Solutions GmbH aus Paderborn, will Architekten und Unternehmen aus den Bereichen Fensterbau, Fassadengestaltung oder dem Gewächshaus- und Hallenbau Beschattungstextilien mit intelligenter energetischer Zusatzfunktion vorstellen. Europaweit sollen sich an und in Wohn-, Gewerbebauten sowie in Gewächshäusern elastische textile Beschattungssysteme seines Unternehmens bewähren, die automatisiert ein konstantes Beleuchtungsniveau sichern. Ihre bislang ungenutzte Außenseite soll künftig Energie erzeugen.

Dazu haben die Paderborner eine organische Photovoltaik-Zelle auf die Fläche gebracht. Nach großtechnischer Umsetzung eines erfolgreich getesteten Prototyps plant Regenstein eine Ausbeute von 60 bis 80 Wattstunden je Quadratmeter. Die Energie kann in Gewächshäusern zur Beleuchtung oder Bewässerung, an Wohngebäuden zum Betrieb von Klimaanlagen und anderer Haustechnik genutzt werden.  Das Forschungskuratorium Textil als Mitveranstalter hebt die für smarttextilen Fortschritt nicht nur am Bau unumgängliche Interdisziplinarität mit Akteuren aus zahlreichen Branchen hervor.

"Auch jenseits der reinen Textilkompetenz bleibt viel zu tun, die Faser mit elektronischen Funktionen auszustatten", sagt Geschäftsführer Dr. Klaus Jansen. Für die branchenübergreifende Kooperation gebe es leider bisher jedoch kaum passende Fördermaßnahmen. (fei)

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