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Heinze Grafik

Innerhalb eines Monats führte die Heinze Marktforschung zwei Online-Befragungen unter den führenden Köpfen der deutschen Industrie für Bauprodukte, Ausstattungen und Einrichtungen durch. Im Februar beteiligten sich 396 Teilnehmer an der ersten Befragung und gaben Auskunft über das aktuelle und erwartete Geschäftsklima.

Doch die Ausbreitung des Corona-Virus und die damit einhergehende Ausnahmesituation ließen den bereits fertiggestellten Bericht binnen kurzer Zeit veralten. Um dennoch ein valides Stimmungsbild präsentieren zu können, führte die Heinze Marktforschung kurzfristig eine zweite Befragung im März durch, an der sich 395 Personen beteiligten.

Noch Ende Februar war die Branche der Meinung, dass es wieder aufwärts gehen würde. Nach einem Tiefpunkt im September 2019 hatten sich die Einstellungen wieder deutlich ins Positive gewandelt und der Baukonjunktur-Klima-Index stieg von 17 % im letzten Herbst auf 40 % im Februar. Damit lag der Index zwar immer noch unterhalb des Vorjah-reswerts, dennoch beurteilten 57 % der Firmen ihre Geschäftslage als „gut“, 38 % als „mittel“ und lediglich 5 % als „schlecht“.

Die Auswirkungen des Corona-Virus zeigen sich deutlich in der zweiten Online-Befragung. Der Baukonjunktur-Klima-Index erreicht ein neues Rekordtief, welches nun bei minus 22 % liegt. Problematisch ist dabei nicht die aktuelle Lage, die sich nur unmerklich im Vergleich zu den Februar-Werten verändert hat: 48 % Befragten bewerten jetzt die eigene Lage als „gut“, 41 % als „mittel“ und 11 % als „schlecht“. Entscheidend für die gedrückte Stimmungslage der Industrie und den damit zusammenhängenden Einbruch der Kennzahl sind vor allem die Erwartungen an das zweite und dritte Quartal des Jahres. 84 % der Entscheider erwarten im 2. Quartal eine Verschlechterung der Situation.

Am stärksten betroffen sind die Bereiche Sonnenschutz, Flachdach und Beleuchtung, da sich hier die Einschätzung für die Erwartung der Befragten am stärksten verschlechtert hat. Trotz der negativen Entwicklung sind die Entscheider aus dem Bereich Sonnenschutz momentan noch mit am zufriedensten. Schlusslichter der 34 Produktbereiche im aktuellen Baukonjunktur-Klima-Ranking sind die Branchen Elektro-Installation, Tore sowie Möbel/Inneneinrichtung.

Bei fast allen Themen – Anzahl der Anfragen, Auftragsbestände, Entwicklung der Umsatzerlöse, Kapazitätsauslastung und Entwicklung der Konjunktur – wird deutlich, dass sich die Erwartungen aufgrund der Corona-Ausnahmesituation in einem signifikanten Ausmaß verschlechtern. Lediglich im Bereich des Fachkräftemangels wird eine positive Veränderung angenommen, da beantragte Bauobjekte nun evtl. zurückgestellt oder zurückgezogen werden.

Auch wenn es zum Befragungszeitpunkt hoch spekulativ war: Noch Ende März rechneten fast zwei Drittel der befragten Personen damit, dass der Ausnahmezustand bis Ende Juni beendet sein würde. Im Durchschnitt gehen die Unternehmen von einem Umsatzverlust von rund 23 % aus, wobei die Auswirkungen auf die einzelnen Branchen unterschiedlich stark ausfallen. Trotz vieler negativer Erwartungen zeigt die Befragung auch, dass nicht alle Unternehmen über die Krise „stöhnen“. Als positive Entwicklungen werden dabei der Zwang zu einer stärkeren Digitalisierung, das Arbeiten im Homeoffice und der erfolgreiche Informationsaustausch in der Krise angeführt. Auch ein Umdenken in Hinblick auf Themen wie Lieferketten, Lagerhaltung und die starke Globalisierung werde laut Thomas Wagner, Leiter der Heinze Marktforschung, in Gang gesetzt.

Um die Auswirkungen der Corona-Krise möglichst umfassend zu untersuchen, hat die Heinze Marktforschung Anfang April eine weitere Befragung durchgeführt. Hierbei wurden Architekten und Planer um ihre Einschätzung der aktuellen Situation und der zukünftigen Entwicklung gebeten. Darüber hinaus geht die Heinze Marktforschung im aktuellen Vierteljahresbericht auf die aktuelle Wirtschaftsentwicklung im Rahmen der Corona-Krise ein. Der Bericht wurde zusammen mit Prof. Dr. Udo Mantau erstellt, der seit über 35 Jahren u. a. Genehmigungs- und Fertigstellungsprognosen analysiert und berechnet.

Quelle: Heinze GmbH

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