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Mit erneuerbarem Strom lassen sich erneuerbare Kraft- und Brennstoffe herstellen, die flüssig (Power-to-Liquid, PtL) oder gasförmig (Power-to-Gas, PtG) sein können. (Quelle: IWO)

Die Power-to-X-Allianz hat gestern in Berlin ein Markteinführungsprogramm für neue Kraft und Brennstoffe vorgestellt. Demnach soll über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Gesamtleistung von fünf Gigawatt gefördert werden.

Initiative für erneuerbare Kraft- und Brennstoffe

Wie die Allianz, ein Zusammenschluss von Verbänden und Unternehmen aus Automobilindustrie, Luftfahrt, Anlagenbau sowie der Energiewirtschaft, betont, müsse die Erzeugung von Energieträgern mittels Power-to-X anderen Technologien zur CO2-Vermeidung gleichgestellt werden.

Konkret sieht das Markteinführungsprogramm eine fünfjährige Laufzeit von 2021 bis 2025 vor. In diesem Zeitraum soll jährlich eine installierte elektrische Gesamtkapazität von jeweils einem Gigawatt gefördert werden, hälftig für flüssige und gasförmige Produkte. Ausschreibungsverfahren sollen den Wettbewerb erhöhen und damit die Kosten senken. Die Betreiber müssen nachweisen, dass der genutzte Strom aus erneuerbaren Energien stammt.

Zur Unterstützung vorgesehen sind verschiedene Anlagentypen: mit Direktanbindung an erneuerbare Stromerzeugungsanlagen, mit Anbindung an das öffentliche Stromnetz sowie auf Betriebsgeländen wie zum Beispiel von Raffinerien, Industrieunternehmen, Kraftwerken oder Tankstellen. Gefördert werden soll dabei die erzielte CO2-Einsparung durch die hergestellten Produkte.

IWO unterstützt Markteinführungsprogramm

Als Mitglied der Power-to-X-Allianz unterstützt das Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO) das Markteinführungsprogramm. Die von der deutschen Mineralölwirtschaft finanzierte Einrichtung sieht die Power-to-X-Technologien als entscheidend an, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen, da sie es ermöglichen, mit erneuerbarem Strom flüssige oder gasförmige Energieträger herzustellen.

IWO-Geschäftsführer Adrian Willig erklärt: „Bereits heute sind biomassebasierte Produkte auf dem Markt erhältlich, die Treibhausgasminderungen aufweisen. Längerfristig bietet Power-to-X das Potenzial, die Vorteile flüssiger, erneuerbarer Energieträger im großen Maßstab weiter nutzbar zu machen.“ Laut IWO verfügten erneuerbare flüssige Energieträger über eine mehr als 20-mal höhere Energiedichte als Lithium-Ionen-Batterien, ließen sich dementsprechend gut speichern und transportieren und könnten bestehende Infrastrukturen nutzen.

Sinnvolle Verknüpfung von Klimaschutz und Industriepolitik

„Das Markteinführungsprogramm der Power-to-X-Allianz ermöglicht einen kosteneffizienten und zügigen Markthochlauf und bietet damit die Chance, Deutschland als einen weltweit führenden Anbieter für diese Technologien zu positionieren. Es verknüpft somit sinnvoll Klimaschutz und Industriepolitik“, meint Simon Jastrzab, der beim IWO für die Allianz verantwortlich ist. Neben dem Markteinführungsprogramm bedürfe es jedoch auch der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen in den Zielsektoren, um langfristig den Boden für einen technologieoffenen Wettbewerb zu bereiten, in dem Power-to-X dann seine Vorteile unter Beweis stellen könne.

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