Die Technische Universität München (TUM) hat für die Energieforschung das neue Zentrum für Energie und Information (ZEI) auf dem Forschungscampus Garching eröffnet. Hier tüfteln Wissenschaftler ab sofort interdisziplinär an der Umsetzung der Energiewende.
Energieforschung auf drei Etagen
Das neue Gebäude ist gleichzeitig der Sitz der Munich School of Engineering (MSE), in der die Energieforschung der TUM zusammengeführt wird. Dafür hat die TUM mehrere auf die Energieforschung fokussierte Professuren neu geschaffen (u. a. Technische Elektrochemie, Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme, Elektrische Energiespeichertechnik). Professor Thomas Hamacher leitet die MSE
Auf drei Etagen mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt rund 5.500 Quadratmetern sind Büroräume für nahezu 100 Wissenschaftler zu finden. Dort werden Nachwuchsforschergruppen und die Direktion der MSE, der Lehrstuhl für Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme (Prof. Hamacher) und die an Verbundforschungsprojekten beteiligten Professoren untergebracht.

Das neue Zentrum für Energie und Information der TU München in Garching. (Quelle: Uli Benz / TUM)
Intelligente Stromnetze mithilfe von Kommunikations-Technologie
In Zukunft werden nicht mehr große Kraftwerke die Stromerzeugung übernehmen, sondern die Erzeugung erfolgt immer mehr dezentral. Für die Vernetzung und Steuerung der Erzeuger und Verbraucher sind daher intelligente Stromnetze erforderlich. Im neuen Forschungsgebäude steht in einer Simulationshalle unter anderem ein sogenanntes Smart Grid zur Verfügung. Es wird unter Realbedingungen getestet und ist auch an das lokale Stromnetz angeschlossen.
Neue Dienstleistungen im Stromsektor
Ein zweites großes Forschungsfeld sind die Dienstleistungen, die in Zukunft immer mehr durch Strom zur Verfügung gestellt werden, so zum Beispiel bei der Wärmeerzeugung und für den Betrieb von Elektroautos. Um die Energetik der Elektromobilität zu erforschen, werden Ladestationen vor dem Gebäude installiert und Elektrofahrzeuge angeschafft. Weitere wichtige Themen sind die
- Batterieforschung,
- organische Photovoltaik,
- Photokatalyse und
- nachhaltiges, energieeffizientes Bauen.
Dialog mit der Bevölkerung
Der Begriff „Information“ im Namen des neuen TUM-Zentrums steht aber nicht nur für die Informationstechnik. Im Atrium sollen regelmäßig Ausstellungen zum Thema Energie stattfinden. Gemeinsam mit dem Munich Center for Technology in Society (MCTS) wird die MSE im großen Forumssaal Dialoge und Diskussionen mit der Bevölkerung über Energiethemen organisieren. Das Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst gefördert. (fei)