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Forschungsprojekt „Thermisch/Elektrisches Anlagen-EKG von Gebäuden und Quartieren“

Der Projektträger Jülich und die TU Dresden entwickeln in dem gemeinsamen Forschungsprojekt „Thermisch/Elektrisches Anlagen-EKG von Gebäuden und Quartieren“ (TEK-EKG) ein Mess- und Programmsystem zur Bewertung und Optimierung von energetischen Versorgungsstrukturen. Jetzt haben sich die Beteiligten getroffen, um den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Hybride Versorgungsstruktur

Seit August 2017 arbeiten die TEK-EKG Projektpartner an der Entwicklung einer Hard- und Software zur datenbasierten energetischen Bewertung bestehender Versorgungsstrukturen. Auf Grundlage der damit zu ermittelnden Ist-Aufnahmen lassen sich künftig Anforderungen und Maßnahmen für einen bedarfsoptimierten Energieanlagenbetrieb objektiv ableiten. Zentraler Ansatz ist die exakte energietechnische Ausregelung von variabler thermischer und elektrischer Last zur langfristigen Verbesserung der Verbrauchseffizienz. "Damit unterstützt das Vorhaben den Transformationsprozess von der Einzelversorgung hin zu einer effizienten, hybriden, vernetzten Versorgungsstruktur unter Einbeziehung erneuerbarer Energien", erklärt Dr. Carsten Magaß, Vertreter des Projektträgers Jülich (PtJ).

Entwicklung eines verlässlichen Planungstools

Die TU Dresden wird hierfür zunächst ein plug&play-fähiges Kurzzeitmesssystem zur zeitsynchronisierten Erfassung relevanter thermischer und elektrischer Kenngrößen entwickeln und geeignete Sensoren ermitteln: "Die Energiewende bedingt, dass Systeme auf Basis von erneuerbaren und konventionellen Energien kombiniert werden müssen. Zur Umgestaltung von bestehenden energetischen Versorgungsstrukturen existieren jedoch zum heutigen Zeitpunkt kaum verlässliche Planungstools", , erklärt PD Dr.-Ing. habil. Joachim Seifert, Bereichsleiter Gebäudeenergietechnik an der Professur Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung der TU Dresden und Projektleiter TEK-EKG. Genau an diesem Punkt möchte das Forschungsvorhaben ansetzen und eine ganzheitliche Analyse mittels Kurzzeitmessungen entwickeln, auf deren Basis die anschließende Planung durchgeführt werden kann. Das Forschungsvorhaben sei hochinnovativ, da neben den thermischen Aspekten auch elektrotechnische Fragestellungen adressiert werden, so Seifert weiter.

Projektpartner YADOS

Als Entwickler differenzierter technischer Lösungen zur Energieerzeugung, -verteilung und -steuerung in Einzelobjekten und Gebäudekomplexen unterstützt YADOS in dieser Projektphase insbesondere bei der Schnittstellendefinition. Als Referenzsysteme für den Testbetrieb setzt das Unternehmen hochentwickelte Aggregate und technologieoffene Steuerungseinheiten zur Produktion und Bereitstellung von thermischer und elektrischer Energie ein (YADO|ENERGY und YADO|LINK). Im weiteren Projektverlauf soll eine Analysesoftware entstehen, mit der die gewonnenen Messdaten automatisiert aufbereitet und als Datengrundlage energetischer Hochrechnungen genutzt werden können.
Avisiertes Ziel des zunächst bis Januar 2022 geplanten Forschungsvorhabens ist das direkte Generieren von Betriebsalgorithmen und die darauf basierende automatisierte Optimierung der Energieversorgungsprozesse von Liegenschaften und Quartieren.

Automatisierte Optimierung von Energieversorgungsanlagen

Nach Vorstellung der Projektskizze durch die TU Dresden, vertreten durch die Projektleitung PD Dr.-Ing. habil. Joachim Seifert, Prof. Dr.-Ing. Peter Schegner und Prof. Dr.-Ing. Frank Fitzek, sowie einer Einführung in die administrative Projektabwicklung des PtJ durch Dr. Magaß, nutzten die Gäste des Projekttreffens die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Rundgang beim Gastgeber YADOS. Dr. Magaß unterstrich abschließend die Bedeutung des gemeinsamen Vorhabens und betonte, dass die Fragestellungen, die im Projekt TEK-EKG von der TU Dresden und der YADOS GmbH aufgegriffen werden sollen, einen hohen strategischen Stellenwert für die Energiewende, insbesondere im Hinblick auf die Flexibilisierung des Energiesystems besäßen. "Durch die Nutzbarmachung von Effizienzpotenzialen durch vorhandene Anlagen und deren gebäudeübergreifende Vernetzung stellt das Projekt einen wichtigen Baustein für die Wärmewende dar", so Dr. Magaß. (fei)

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