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Wärmekompass von AEE hilft beim Heizungswechsel

Wer vor der Entscheidung für eine neue Heizung steht, kann jetzt den Wärmekompass nutzen, den die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) veröffentlicht hat. Darin werden herstellerunabhängig unterschiedliche Heizungssysteme hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und Klimabilanz verglichen.

Wärmekompass ermittelt Gesamtkosten

Mit dem Wärmekompass reagiert die AEE nach eigenen Angaben auf einen großen Bedarf: Rund zwei Drittel aller zentralen Heizungen sind veraltet und technisch ineffizient. Der Wärmekompass liefert einen Überblick zu durchschnittlichen Anschaffungskosten und Betriebskosten sowie dem CO2-Ausstoß verschiedener Heizungen für unterschiedliche Gebäudetypen. Die Berechnungshintergründe basieren auf umfangreichen Daten des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung an der Universität Stuttgart (IER, Universität Stuttgart). Dadurch ist der Wärmekompass in der Lage, Berechnungen für Altbauten, Neubauten, Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbeimmobilien und größere Gebäudekomplexe durchzuführen.

Der Rechner stellt die Vollkosten von Gas- und Ölkesseln, Holzkesseln (auf Basis von Pellets, Hackschnitzeln, Scheitholz) sowie Wärmepumpensystemen einander gegenüber. Weiterhin werden entsprechende Kombinationen mit solarthermischen Anlagen zur Heiz- und Brauchwasserbereitstellung bereitgestellt. Es werden die jährlichen kapitalgebundenen, betriebsgebundenen und verbrauchsgebundenen Kosten für die einzelnen Wärmeversorgungstechnologien ermittelt. „Damit bietet der Wärmekompass für Heizungsbesitzer eine Grundlage zur Beurteilung und zum Vergleich der Gesamtkosten verschiedener Wärmeversorgungsoptionen“, sagt Dr. Ludger Eltrop, Abteilungsleiter Systemanalyse und erneuerbare Energien am IER, Universität Stuttgart. „So kann die Wettbewerbsfähigkeit der auf dem Markt befindlichen Heiztechnologien schnell und einfach verglichen werden.“

Vergleich der Treibhausgasbilanz von Heizungstechnologien

Auch die Menge an Treibhausgasen, die jeder Heizungstyp verursacht, berücksichigt der Wärmekompass. So erhalten die Nutzer ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium an die Hand. Denn jeder, der jetzt auf eine neue Heizung umstellt, beeinflusst die deutsche Klimabilanz der Zukunft. Bis 2050 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral werden. Das geht nur, wenn bereits heute begonnen wird, die Wärmeversorgung auf Erneuerbare Energien umzustellen. Es werde deutlich, dass sich diese in einigen Fällen bereits jetzt im Vergleich zu fossilen Energieträgern rechnen, so die AEE.

„Dennoch benötigen wir erhöhte Anstrengungen im Wärmesektor, um die Kostennachteile in manchen Fällen auszugleichen, wie beispielsweise eine CO2-Bepreisung“, resümiert Brandt und empfiehlt: „Die Entscheidung für ein Heizungssystem sollten Hausbesitzer nicht ausschließlich mit Blick auf die aktuellen Öl- oder Gaspreise fällen.“ Die gewählte Option bindet den Eigentümer schließlich über einen Zeitraum von etwa 20 Jahre oder sogar mehr. „Fällt die Wahl auf eine fossile Heizung, ist die Chance vertan sich von den unberechenbaren Öl- und Gaspreisen unabhängig zu machen“, warnt die AEE. Wer bei der Berechnung ausschließlich CO2-neutrale Technologien berücksichtigen möchte, kann die fossilen Energieträger im Wärmekompass gleich zu Beginn ausklammern. (fei)

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