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Im Dezember 2025 herrscht in vielen deutschen Haushalten weiterhin Unsicherheit. Das Gebäudeenergiegesetz GEG, seit Jahren Gegenstand politischer Auseinandersetzungen, wurde mehrfach angepasst und öffentlich immer wieder missverstanden. Viele Menschen glauben noch heute, Öl- und Gasheizungen seien streng reguliert oder sogar verboten. Tatsächlich ist die Lage deutlich differenzierter: Wer seine Heizung modernisieren oder reparieren möchte, hat weiterhin Handlungsspielräume – vor allem im Gebäudebestand.

Nach wie vor gilt, dass funktionierende Öl- und Gasheizungen betrieben werden dürfen. Es gibt kein Gesetz, das Eigentümerinnen und Eigentümer zwingt, ihre Anlage auszubauen. Auch Reparaturen sind jederzeit möglich, selbst größere Eingriffe oder der Austausch wichtiger Komponenten. Wer im Dezember 2025 eine neue Heizung plant, kann nach wie vor ein modernes Öl- oder Gasgerät einbauen lassen, sofern es perspektivisch auch erneuerbare Brennstoffe nutzen kann oder als Teil einer Hybridlösung betrieben wird. Lediglich sehr alte Konstanttemperaturkessel aus den frühen 1990er-Jahren müssen ersetzt werden – eine Regelung, die schon vor der Reform des GEG bestand.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist jedoch weniger die rechtliche Erlaubnis entscheidend als das technische Zusammenspiel der neuen Anlage. Moderne Öl- und Gasgeräte arbeiten fast ausschließlich als Brennwertsysteme. Sie führen einen großen Teil der Wärme aus den Abgasen wieder dem Heizkreislauf zu und verbrauchen dadurch weniger Energie. Diese Technik funktioniert allerdings nur, wenn auch die Abgasführung darauf ausgelegt ist. Viele ältere Schornsteine stammen aus Zeiten, in denen Heizgeräte mit hohen Abgastemperaturen betrieben wurden. Sie sind weder feuchtebeständig noch für den entstehenden Überdruck geeignet. Ohne eine entsprechende Anpassung drohen Feuchteschäden, Korrosion oder Effizienzverluste.

Deshalb gehört die Sanierung der Abgasführung in vielen Fällen zur notwendigen Modernisierung. Kunststoffabgasanlagen aus Polypropylen oder ähnlichen Werkstoffen haben sich hier durchgesetzt, weil sie den aggressiven Kondensaten standhalten, flexibel montierbar sind und bestehende Schächte ohne großen Aufwand nachrüsten können. In der Praxis bedeutet das für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, dass eine neue Heizung fast immer eine neue Abgaslösung benötigt – und dass diese Abgaslösung maßgeblich darüber entscheidet, wie wirtschaftlich und sicher die Anlage später arbeitet.

Gerade im Altbau zeigt sich, wie groß der Effekt einer solchen Sanierung sein kann. Eine neu ausgekleidete Abgasführung erhöht nicht nur die Energieeffizienz, sondern schützt auch das Mauerwerk, verbessert den Betrieb der Heizung und verlängert deren Lebensdauer. Viele Fachleute betonen inzwischen, dass die Abgastechnik ein zentraler Schlüssel für den klimawirksamen Betrieb fossiler Heizsysteme ist.

Guido Jobst, der Vorsitzende des Verbands Kunststoffabgasanlagen, beschreibt diese Situation nüchtern. Die Wärmewende, sagt er, sei ein Generationenprojekt, das gelingen müsse, ohne die Menschen finanziell zu überfordern. Zugleich erinnert er daran, dass angesichts der globalen Klimakrise jede Maßnahme zählt, die unmittelbar CO₂ einspart. Moderne Brennwertgeräte mit angepasster Abgasführung, so Jobst, reduzierten den Verbrauch sofort und entlasteten gleichzeitig die Eigentümerinnen und Eigentümer.

Der politische Hintergrund bleibt unterdessen unruhig. Zwar gilt das Gebäudeenergiegesetz weiterhin, doch viele Parteien diskutieren über Vereinfachungen, Fristen und Förderbedingungen. Die Ampelkoalition bemühte sich um eine Stabilisierung der Förderlandschaft, während in Bundesländern und Opposition unterschiedliche Vorstellungen über Tempo und Umfang der Wärmewende bestehen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wirkt das häufig wie ein permanenter Schwebezustand, der die Unsicherheit eher erhöht als reduziert.

Dabei zeigt sich in der Praxis, dass die technische Realität oft klarer ist als die politische. Öl- und Gasheizungen bleiben im Gebäudebestand erlaubt, doch ihr effizienter und klimaverträglicher Betrieb entscheidet sich weniger im Gesetzestext als im Heizungskeller – und ganz oben im Schornstein. Wer jetzt modernisiert, sollte daher nicht nur auf das Gerät selbst achten, sondern auf die gesamte Anlage, einschließlich der Abgasführung. Die Wärmewende beginnt im Detail, und es sind die technischen Lösungen, die darüber entscheiden, wie viel CO₂ tatsächlich eingespart wird.

Quelle: VKA