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BWP-Prognose: So entwickelt sich der Wärmepumpenmarkt

Mit seiner Branchenprognose legt der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) regelmäßig eine Einschätzung zur Marktentwicklung der Wärmepumpe vor. Die diesjährige Studie beinhaltet neben einer differenzierten Absatzdarstellung auch eine Prognose für den Wärmepumpenmarkt in zwei Szenarien bis zum Jahr 2050.

Prognose bleibt hinter Zielen des Klimaschutzplans zurück

Die Branchenstudie rechnet die Marktentwicklung in zwei Szenarien fort bis zum Jahr 2050. In einem konservativen Szenario zeigt sich, dass unter Beibehaltung der derzeitigen Rahmenbedingungen im Laufe von drei Jahrzehnten maximal mit einem Anwachsen des Wärmepumpenbestandes auf ca. 3,7 Millionen Geräte zu rechnen sei. Das wäre gegenüber dem Potenzial der Effizienztechnologie und den Klimaschutzzielen für den Gebäudesektor deutlich zu wenig. Deshalb wurde in einem progressiven Szenario die Umsetzung einiger derzeit diskutierter Maßnahmen zur Stärkung des Wärmepumpenmarktes angenommen:

  • Steuerliche Abschreibung der Gebäudesanierung
  • verbesserte Förderung erneuerbarer Wärmeerzeuger
  • Entlastung des Energieträgers Strom von Steuern, Entgelten und Umlagen
  • Bepreisung von CO2
  • flexibles Strompreissystem
  • Weiterentwicklung der energetischen Standards

Damit würde sich die Marktlage der Wärmepumpe vor allem im Gebäudebestand verbessern: Mit mehr als acht Millionen Wärmepumpen käme die Effizienztechnologie bis zur Mitte des Jahrhunderts auf einen Anteil am Gesamtheizungsabsatz von ca. 47 Prozent. So könnte durch den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen im Jahr 2050 eine jährliche CO2-Einsparung von mehr als 30 Millionen Tonnen erreicht werden. Dieses Szenario würde den Gebäudesektor hinsichtlich der Wärmepumpen auf den richtigen Weg bringen, um die Ziele des Klimaschutzplans in den kommenden Dekaden überhaupt noch erreichen zu können.

BWP Wärmepumpe Prognose2018

Bild 1: Absatzpfade von Wärmepumpen: Szenario 1 und 2 im Vergleich zu aktuellen Studien. (Quelle: BWP)

Standard-Heizungssystem: Wärmepumpe

 „Ohne Zweifel sind Wärmepumpen ein zentraler Baustein für den Klimaschutz. Die Branchenprognose belegt eine positive Marktentwicklung “, erklärt Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverband Wärmepumpe e. V. zum Ergebnis der Studie. „Allerdings zeigt sich auch: Für eine erfolgreiche Wärmewende brauchen wir weitere entschlossene Maßnahmen, damit Wärmepumpen ihr volles Potential entfalten können.“ Um einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, wie es der Klimaschutzplan vorsieht, wäre allerdings ein Gerätebestand von etwa 16 Millionen Wärmepumpen erforderlich – so aktuelle Studien, wie etwa „Wärmewende 2030“ der Agora Energiewende und „Klimapfade für Deutschland“ des BDI.

Von Politik und Gesellschaft wäre dazu allerdings ein massives Umlenken zu mehr Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Wärmemarkt erforderlich. „Die Wärmewende kann jetzt umgesetzt werden“, appelliert Dr. Sabel. „Das Gebäudeenergiegesetz, die Umsetzung der Förderstrategie für Energieeffizienz und erneuerbare Wärme sowie die einzuberufende Gebäudekommission bieten die Chance, durch verbesserte Rahmenbedingungen für Wärmepumpen deren Potenziale endlich besser auszuschöpfen“.

Marktsituation grundsätzlich positiv

Die Wärmepumpentechnologie erreicht seit 2016 jährliche Wachstumsraten von etwa 17 Prozent. Mit 799.000 Geräten zur Beheizung und 261.000 zur reinen Warmwasserbereitung liegt der Anteil der Wärmepumpen am deutschen Heizungsbestand bei mittlerweile 4 Prozent. Das Wachstum findet vor allem im Neubausegment statt, hier war die Wärmepumpe in den 2017 genehmigten Wohngebäuden mit rund 43 Prozent erstmals die beliebteste Heiztechnik. Gründe für den Wachstumstrend sind unter anderem in der aktuell guten Baukonjunktur, die in der EnEV 2016 verschärften Anforderungen an die Gebäudeeffizienz und die seit 2015 verbesserte Förderung im Marktanreizprogramm zu finden. (fei)

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