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Einsparpotenziale durch Digitalisierung werden überschätzt

Bei einer bereits gut eingestellten Heizungsregelung ist das Einsparpotenzial durch Hausautomation und Smartphone-Apps begrenzt. Darauf weist Zukunft Altbau hin und gibt effektivere Energieeinspartipps.

Smart Home: Lohnt sich die Umrüstung?

„Ist die Heizung optimal eingestellt, können smarte Technologien nur wenige Prozentpunkte rausholen“, so Frank Hettler von Zukunft Altbau. Hauseigentümer sollten daher Kosten und Nutzen genau abwägen und sich vor allem um eine reibungslos funktionierende Heizung kümmern, so Hettler weiter. Auskunft zur Heizungsoptimierung geben Gebäudeenergieberater. Bis zu 25 Prozent Heizenergie können Hauseigentümer mit Smart-Home-Systemen einsparen, sagen Hersteller. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) geht von 15 Prozent aus. Die Verbraucherzentrale kommt auf maximal acht Prozent. co2online, gemeinnützige Beratungsgesellschaft, hat die Daten zusammengestellt.

Heizungsregelung

Wer über eine gut funktionierende und bedarfsgerecht eingestellte Heizung verfügt, reizt dieses Einsparpotenzial bereits weitgehend aus. Eine Nachtabsenkung auf einen Sollwert von zehn Grad beispielsweise fährt die Heizung kurz vor der Nachtruhe herunter und rechtzeitig vor dem Aufstehen wieder hoch. Während eines Urlaubs im Winter kann die Heizung zudem die gesamte Zeit, auch tagsüber, im nächtlichen Absenkmodus betrieben werden.

Einstellung der Heizkurve

Ein weiterer wichtiger Faktor, damit die Heizung energiesparend läuft, ist die richtige Einstellung der Heizkurve. Sie regelt die Temperatur des Heizungswassers in Abhängigkeit zur Außentemperatur. Ein Gebäude braucht bei plus acht Grad Celsius weniger Wärmezufuhr, um auf angenehme Temperaturen zu kommen als bei minus acht Grad. Mit einer steilen Heizkurve wird das Wasser bei kalten Außentemperaturen heißer zum Heizkörper geschickt als mit einer flacheren Heizkurve. Der Heizkessel muss bei niedrigeren Vorlauftemperaturen weniger arbeiten, die Verteilverluste sind geringer.

Smart-Home-Systeme arbeiten im Dauerbetrieb

„Über klassische Effizienzmaßnahmen hinausgehende Einsparungen sind mit einer Gebäudeautomatisierung nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich möglich“, sagt auch Meike Militz von der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Es sollte zudem bedacht werden, dass Smart-Home-Systeme im Dauerbetrieb arbeiten und Tag und Nacht Strom verbrauchen. Die Technologie hat außerdem ihren Preis. Die Kosten liegen bei mehreren hundert bis über tausend Euro. Besonderes Augenmerk sollten Hauseigentümer daher zuerst auf eine durch eine Fachperson richtig eingestellte Heizung legen, so Militz. Die Ausgaben für das smarte Haus könnten dann kaum noch zur Heizenergie- und Kosteneinsparung beitragen.

Hydraulischer Abgleich

Fazit: Klassische Effizienzmaßnahmen wie eine optimierte Heizungsregelung decken bereits den Großteil der Maßnahmen ab, die Smart-Home-Lösungen anbieten. Wer den Rest an Einsparpotenzial auch noch will, muss mehr oder weniger tief in die Tasche greifen bei überschaubaren Effekten. Hauseigentümer mit weitergehenden Effizienzwünschen sollten eher einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage durchführen lassen und prüfen, ob eine neue Heizungspumpe nötig ist. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper genau die erforderliche Wassermenge erhalten. Moderne Heizungspumpen benötigen nur ein Zehntel so viel Strom wie in die Jahre gekommene Umwälzpumpen.

Energetisch optimierte Gebäudehülle

Ein möglichst geringer Heizenergieverbrauch ist außerdem nur mit einer energetisch optimierten Gebäudehülle zu erreichen. Ausschließlich Wärmeschutzfenster sowie eine dicke Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke können die großen Einsparpotenziale heben. Eine persönliche Beratung zur Dämmung der Gebäudehülle und einer gut eingestellten Heizung erhalten Hauseigentümer bei Gebäudeenergieberatern aus der Region. Auskunft gibt es auch bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. (Zukunft Altbau/fei)

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