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Renovierung Edwin-Scharff-Museum: Raumlufttechnik auf engstem Raum

Die Renovierung des Edwin-Scharff-Museums in Neu-Ulm stellte die Planer vor unerwartet große Herausforderungen. Die Raumlufttechnik musste Platz auf engstem Raum finden.

Ein Praxisbeitrag von Robert Sauter, Leiter Marketing, robatherm

Knackpunkt Platzmangel

Als Ulrich Setzer vom Ingenieurbüro Conplaning mit der Planung der Raumlufttechnik für den Umbau des Edwin-Scharff-Museums in Neu-Ulm begann, dachte er nicht an eine Lösung, welche für sich schon ausstellungswürdig sein würde. Ein schwankendes Raumklima, aber auch der veraltete Brandschutz und Mängel in der Alarmsicherung führten zu der 3,7 Millionen Euro teuren Sanierung. Ohne diese Investitionen wäre der Betrieb eines Kunstmuseums mit seinen kostbaren Exponaten so nicht mehr möglich gewesen.Verantwortlich für die komplette Gebäudeausrüstung und damit auch für die Raumlufttechnik war das Ulmer Ingenieurbüro Conplaning. Die zunächst festgelegten Anforderungen an das RLT-Gerät klangen ganz gewöhnlich:

  • 3.000 m³/h Luftvolumenstrom,
  • ein Erhitzer auf 22°C (Medium: 60°C/40°C),
  • ein Kühler auf 12 °C (Medium: 7°C/13°C) zur Trocknung im Sommer,
  • Nacherhitzer sowie
  • Schalldämpfer.

Außerdem sollte das gesamte RLT-Gerät in wetterfester Ausführung sein. Die erste Auslegung des RLT-Geräts war für Ulrich Setzer von Conplaning ernüchternd. Das RLT-Gerät war deutlich zu groß. Was tun? Mehr Platz stand nicht zur Verfügung und die Installation einer zeitgemäßen Raumlufttechnik war schließlich ein zentraler Punkt der Renovierung.

Raumlufttechnik auf einer Plattform zwischen zwei Gebäuden

Gemeinsam mit Werner Mayer von robatherm diskutierte Ulrich Setzer über die vorgegebenen Platzverhältnisse und die verschiedenen Möglichkeiten. Die Konzeptidee von Ulrich Setzer, die Raumlufttechnik auf einer Plattform zwischen zwei Gebäuden unterzubringen, stellte sich als große Herausforderung heraus. Ein Blick auf den Gebäudeplan genügte, um festzustellen, dass ein „normales“ RLT-Gerät, das die Anforderungen erfüllte und zudem aktuellen Richtlinien und Normen entsprach, an der vorgegebenen Stelle niemals Platz finden würde.

Werner Mayer tüftelte und erarbeitete eine Gerätekonzeption, welche den Anforderungen entsprach und gleichzeitig im Rahmen der modularen Bauweise von robatherm ohne zusätzliche Sonderkonstruktionen realisierbar war. Gewöhnliche RLT-Geräte mit der geforderten Luftmenge sind meist nicht besonders hoch und die Ab- und Zuluft-Volumenströme liegen übereinander. Um Platz zu sparen konzipierte Werner Mayer das RLT-Gerät für eine vorrangig vertikale Luftführung. Die Luft durchläuft dabei senkrecht insgesamt fünf Ebenen. Bereits in der Vergangenheit hatte Werner Mayer immer mal wieder auf diese Art der Luftführung zurückgegriffen, wenn es die Platzbedingungen erforderten.

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Planer Ulrich Setzer und Werner Mayer von robatherm bei der Besichtigung des RLT-Geräts. (Quelle: robatherm)

Externer Kaltwassersatz integriert in RLT-Gerät

Die Lösung für Ulrich Setzer schien damit gefunden. Doch schon bei der anschließenden Besprechung des Gesamtprojekts gab es den nächsten Dämpfer. Das Gerät entsprach zwar den verfügbaren Abmessungen, jedoch gab es keinen Platz für den externen Kaltwassersatz. Dieser sollte ursprünglich neben dem RLT-Gerät positioniert werden. Die Hydraulik der Kaltwasserverteilung für die einzelnen Verbraucher sollte dann im Gebäudeinnern platziert werden. Erneut setzten sich Ulrich Setzer und Werner Mayer zusammen und fanden schließlich auch dafür eine Lösung. Der externe Kaltwassersatz wurde in das RLT-Gerät integriert. Die Idee mit der senkrechten Luftführung blieb bestehen, zusätzlich wurde das RLT-Gerät noch in L-Form konzipiert. Auf diese Weise konnte in das RLT-Gerät ein separater Installationsraum für die Kälte- und Kaltwasserzeugung integriert werden.

Lediglich knapp die Hälfte der Kälteleistung von 56 kW wird vom RLT-Gerät benötigt. Für die beiden Zuluftzonen sind jeweils 14 kW vorgesehen. Die andere Hälfte der Kälteenergie wird für den Betrieb der Kühldecken im Erd- und Obergeschoß benötigt. Außerdem verlegten Ulrich Setzer und Werner Mayer die Hydraulik der Kaltwasserverteilung einschließlich der Regelung der unterschiedlichen Vorlauftemperaturen für Lüftung und Kühldecken ebenfalls in den Installationsraum im Innern des RLT-Geräts. Der ursprüngliche vorgesehene Platz im Gebäudeinnern für die Verrohrung war hinfällig und konnte der Ausstellungsfläche zugeteilt werden. Angesichts der ohnehin beengten Platzverhältnisse des Museums war dies ein signifikanter Mehrwert. Ein weiterer Pluspunkt waren die eingesparten Kosten, da zusätzliche Baumaßnahmen, um die hydraulische Verrohrung von der Ausstellungsfläche zu separieren, dank der neuen Lösung nicht mehr notwendig waren.

Flexibilität der TrueIndividual-Baureihe

Auch wenn es sich um eine besondere Lösung handelte, war diese ohne Sonderkonstruktionen oder zusätzlichen Entwicklungsaufwand möglich. Dies ist auf die Flexibilität der TrueIndividual-Baureihe von robatherm zurückzuführen. Der Verzicht auf mögliche Sonderkonstruktionen bedeutete für den Bauherrn konkret zwei Vorteile:

  • Zum einen verursachen Sonderkonstruktionen meist Mehraufwand, angefangen von der Entwicklungsabteilung bis hin zur Produktion und Montage. Mehraufwand, der letztlich vom Bauherrn bezahlt werden muss.
  • Zum anderen bedeuten Sonderkonstruktionen auch, dass sie außerhalb des gewohnten Leistungsspektrums produziert werden. Fehlende Erfahrungswerte und negative Überraschungen in der Umsetzung können die Folge sein.

Auch wenn Ulrich Setzer und Werner Mayer ein ungewöhnliches und auf den Bauherrn abgestimmtes RLT- Gerät konzipierten, bewegten sie sich immer noch im Standardprogramm von robatherm. Dies schafft Sicherheit für den Planer und Bauherrn, sowohl bei der Realisierung als auch beim späteren Betrieb der Anlage.

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Im Anlagenschema wird die Luftführung im RLT-Gerät deutlich. (Quelle: robatherm)

RLT-Gerätetechnik auf einen Blick

  • RLT-Gerät mit 3.000 m³/h (Zuluft) / 3.000 m³/h (Abluft) in wetterfester Ausführung inklusive MSR- und Kältetechnik
  • Vertikale Luftführung über fünf Gehäuse-Ebenen
  • Gehäuse in L-Form für eine optimale Anpassung an die vorgegebenen Platzbedingungen
  • Integration eines Kaltwassersatzes inklusive Verrohrung der Kaltwasserverteilung in das RLT- Gerät; Kälteleistung von 56 kW, davon 28 kW für zwei Zuluftzonen und 28 kW für die Kühldecken im EG und OG
  • Effiziente Wärmerückgewinnung mittels Plattenwärmeübertrager
  • Konform mit der ErP-Stufe 2018 und mit Energieeffizienzklasse A+ (EUROVENT 2016)

 

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