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Klimaprofil Kühlen

So schön der Sommer ist: Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad ist es auch in der Wohnung oft kaum auszuhalten. Klimageräte und -anlagen schaffen zwar Abhilfe, doch sie verbrauchen viel zu viel Energie und wirken sich - bedingt durch auftretende Zugluft - auch negativ auf das Raumklima aus. Die wirtschaftlichere und wohngesündere Alternative: mit Rohrleitungen von der Zimmerdecke aus kühlen. Solche Klimasysteme lassen sich auch noch nachträglich unkompliziert installieren.

3,3 Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr allein in die Gebäudedämmung investiert. "Was im Winter beim Heizen eingespart wird, wird im Sommer gleich wieder verspielt", warnt Erwin Aurbacher, stellvertretender Vorsitzender der Innovationsgemeinschaft Raumklimasysteme (IGR) e.V. Die Kooperation mittelständischer Unternehmen verfolgt das Ziel, Raumklimasysteme als energieeffiziente Alternative zu Klimaanlagen & Co. zu etablieren.

Das Prinzip ist bestechend einfach: Rohrleitungen werden in ein flaches, nur zwei Zentimeter hohes Stahl- oder Alu-Profilsystem integriert, das an Zimmerdecken bzw. Dachschrägen wie auch an Wänden angebracht werden kann. Es ist Heizung und Kühlung zugleich: Mit warmem Wasser gefüllt, sorgt es im Winter für heimelige Wärme, im Sommer kann es in Verbindung mit einer Wärmepumpe, insbesondere einer reversiblen Luft-Wasser-Wärmepumpe, zum Kühlen genutzt werden.

Den Raum von oben aus zu temperieren hat viele Vorteile: Anders als bei Bodenheizungen (kühlen kaum bzw. nicht möglich), bei der Estrich, Belag und die Einrichtung selbst erst einmal Wärme schlucken, kann bei der Decke die ganze Fläche genutzt werden. Es ist eine behagliche Wärme, ähnlich der natürlichen Strahlungswärme der Sonne: Klimaprofilsysteme haben einen Wärmestrahlungsanteil von nahezu 100 Prozent. Somit wird kaum Konvektion erzeugt, was zur Folge hat, dass auch keine Staubverwirbelungen stattfinden, die Allergikern oft zu schaffen machen. Das System reagiert flexibel innerhalb weniger Minuten in der Aufheiz- als auch in der „Abklingphase“.

Die benötigten Vorlauftemperaturen beim Heizen sind im Vergleich zur Bodenheizungen zwischen 5K bis 10K niedriger, bei Heizkörpern dementsprechend mehr. Zum Kühlen genügen bereits 17 bis 18 Grad. Zum Vergleich: Andere Anlagen benötigen Wassertemperaturen von 12 bis 15 Grad. "Unterm Strich sind Klimadecken um circa 50 Prozent sparsamer als Klimaanlagen bzw. Kühlaggregate, die Investitionskosten liegen mit circa 40 Prozent und die Wartungskosten mit circa 60 Prozent ebenfalls deutlich darunter", so Aurbacher. Der COP-Wert (Coefficient of Performance), der die Effizienz von Wärmepumpen beschreibt, wird ebenfalls verbessert, da die Wärmepumpe keinen so hohen Temperaturhub (Differenz Quelltemperatur zu Systemtemperatur) leisten muss.

Heizungsinstallateure und Trockenbauer, aber auch versierte Heimwerker können Klimaprofildecken innerhalb von ein oder zwei Tagen installieren. Das Standardprofil lässt sich dem Grundriss entsprechend zuschneiden und an Decken und Dachschrägen ebenso anbringen wie an Wänden oder Sockelleisten. Ein weiterer Vorteil, so Aurbacher: "Wenn darüber hinaus Betondecken als thermischer Energiespeicher genutzt werden, können Bauherren an dieser Stelle einen sehr hohen Autarkiegrad mit ihrem Gebäude erreichen. Die zuvor beschriebenen Systeme eignen sich auch für Gebäude, wie Beispielsweise Baudenkmäler, bei denen ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) nicht ausgeführt werden darf oder kann."

Quelle: Innovationsgemeinschaft Raumklimasysteme e.V.

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