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dezentrale Lüftungssysteme, Lüftungsmarkt

Der Markt für kontrollierte Wohnraumlüftung in der DACH-Region befindet sich im Aufschwung. Besonders die Nachfrage nach dezentralen Lüftungssystemen steigt, zeigt eine neue Studie von Interconnection Consulting.

Tendenz bei Wärmerückgewinnung sinkend

Der Markt für kontrollierte Wohnraumlüftung in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) hat ein Marktvolumen von 233,7 Millionen Euro. Grundsätzlich wird bei den Systemen zwischen Abluftsystemen ohne Wärmerückgewinnung und Systemen mit Wärmerückgewinnung unterschieden. Bei den Wärmerückgewinnungssystemen wird nochmals unterschieden zwischen zentralen und lokalen Systemen. Mit einem wertmäßigen Anteil von 42 Prozent veranschlagen zentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung den Löwenanteil auf sich – noch. Die Tendenz ist eindeutig sinkend.

Gerade in Deutschland ist es der anhaltende Erfolg der dezentralen Systeme, der eine spürbare Marktverschiebung mit sich bringt. Die dezentralen Systeme mit Wärmerückgewinnung haben ihren Marktanteil seit 2012 von 16,9 Prozent auf 24,8 Prozent im Jahr 2016 steigern können. Das Wachstum in Menge betrug in diesem Segment im letzten Jahr 14,5 Prozent. Insbesondere Wohnbaugenossenschaften fragen laut Studie dezentrale Lüfter an, wobei die einfache Montage in Neubau & Renovierung, sowie der verhältnismäßig niedrige Durchschnittspreis die ausschlaggebenden Kriterien für deren Wahl darstellen.

Deutschland als Vorreiter für dezentrale Anlagen

Der deutsche Markt (Marktvolumen 166 Millionen Euro) verzeichnete im Vergleich zu den beiden Nachbarländern das stärkste Wachstum (+9,7 Prozent) in der Gesamtbranche. Der Anstieg der Anträge und Erteilung von Wohnbaugenehmigungen in Deutschland zeigt, dass auch in den nächsten Jahren ein positives Wachstum den Markt prägen wird. In Deutschland ist der Anteil zentraler Systeme mit Wärmerückgewinnung von allen DACH-Ländern am geringsten (34,1 Prozent) mit weiterhin fallender Tendenz.

Der Markt für Haushaltsventilatoren in Deutschland ist traditionell sehr stark durch Abluftventilatoren in Küche und Bad geprägt. 2016 wurden rund 600.000 dieser Ventilatoren verkauft. Dabei erzielen reine Luftsysteme ohne Wärmerückgewinnung einen Marktanteil von 74,9 Prozent. "Die Dynamik am Wärmerückgewinnungssektor war durch niedrige Energiepreise nicht so stark wie erwartet, dennoch wird sich das Wachstum in diesem Sektor auf absehbare Zeit fortsetzen", erklärt Neva Rukonic, Autorin der Studie. 

 

Schweiz und Österreich entwickeln sich unterschiedlich

In Österreich ist der Gesamtmarkt für Wohnraumlüftungssysteme (Marktvolumen: 19,8 Millionen Euro) mengenmäßig um 0,3 Prozent zurückgegangen. Mit einer Erholung des Marktes ist laut Studie nicht vor 2018 zu rechnen. Zentrale Systeme bilden wertmäßig das stärkste Segment mit einem Anteil von 51 Prozent. Trotzdem verzeichnet der Markt für zentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung weiterhin rote Zahlen. Insgesamt fiel die abgesetzte Menge im vergangenen Jahr um 12 Prozent. Durch die steigende Konkurrenz bei den dezentralen Systemen wird auch für das Jahr 2017 mit einem weiteren Marktrückgang bei den zentralen Systemen von 11,9 Prozent gerechnet.

Das Segment der Abluftsysteme ohne Wärmerückgewinnung entwickelt sich demgegenüber leicht positiv (+1,5 Prozent). In der Schweiz wuchs der Gesamtmarkt 2016 um 2,9 Prozent in Menge, ein Wachstum, das auch in den nächsten Jahren beibehalten werden sollte. Das größte Wachstum erzielte der Sektor der zentralen Geräte mit Wärmerückgewinnung (+5,1 Prozent). Die dezentralen Geräte mit Wärmerückgewinnung konnten 2,1 Prozent zulegen, während die Abluftgeräte ohne Wärmerückgewinnung ein Minus von 3,6 Prozent verzeichneten.

Marktverschiebung sorgt für Übernahmen

Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt: Der Trend zu dezentralen Wohnraumlüftungsanlagen bleibt den großen Produzenten von zentralen Anlagen nicht verborgen. Sie kaufen kleinere Hersteller von dezentralen Anlagen auf. Ein Beispiel stellt dabei die Übernahme des dezentralen Lüftungsbauers Blumartin durch das schwedische Unternehmen Swegon dar, das sich damit erhofft, sich besser am deutschen Markt positionieren zu können. In Deutschland beträgt der Marktanteil der Top-10-Unternehmen 32,8 Prozent, und in Österreich 58,3 Prozent. Insgesamt prognostizieren die Autoren der Studie, dass die Branche bis 2019 durchschnittlich um rund 6 Prozent wachsen wird. (fei)

 

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