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Das Forscherteam der NUS vor der Klimaanlage

Wissenschaftler der Universität Singapur haben ein neues Klimaanlagen-System entwickelt, das zur Kühlung ausschließlich Wasser nutzt. Der Energieverbrauch soll dadurch massiv sinken.

Verzicht auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe

Die Klimaanlage kommt ohne energieintensive Kompressoren und umweltschädliche chemische Kältemittel aus. Bis auf 18 Grad Celsius kann die Raumluft damit heruntergekühlt werden. „Diese Technologie könnte möglicherweise das jahrhundertealte Prinzip der Luftkühlung ersetzen, das immer noch in unseren modernen Klimaanlagen zum Einsatz kommt“, so das Team um Professor Ernest Chua. Die Klimaanlage könne kostengünstig hergestellt werden, betont Chua. Zudem sei das System durch den Verzicht auf chemische Mittel wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe umweltfreundlich und nachhaltig.

Die vorgestellte Klimaanlage basiert auf einer Membrantechnologie: Ein papierähnliches Material filtert zunächst die Feuchtigkeit aus der Luft. Ein Taupunktkühlsystemauf Wasserbasis reguliert dann die Temperatur der entfeuchteten Luft. Im Gegensatz zu Dampfkompressionsklimaanlagen gibt das neue System keine heiße Luft an die Umgebung ab. Stattdessen wird ein kühler Luftstrom, der vergleichsweise weniger feucht ist als die Raumluft, abgegeben.

Hoher Energieverbrauch: Härtefall Tropen

„Die Anlage verbraucht rund 40 Prozent weniger Strom als konventionelle Klimaanlagen. Dadurch sinkt auch der CO2-Ausstoß“, legt Professor Chua dar. Besonders für Gebäude in tropischen Klimaverhältnissen sei eine Reduzierung des Stromverbrauches interessant. „Knapp die Hälfte der verbrauchten Energie wird dort durch permanent laufende Klimaanlagen verursacht. Die Erderwärmung wird diese Situation weiter verschärfen“. 

Ein weiterer Clou der umweltfreundlichen Klimaanlage: Während sie die Umgebungsluft kühlt, erzeugt sie parallel Trinkwasser - etwa 12 bis 15 Liter pro Tag.
Die Wissenschaftler optimieren derzeit noch das Design und die Benutzerfreundlichkeit der Klimaanlage. Intelligente Funktionen wie vorprogrammierte Einstellungen und Echtzeit-Verfolgung der Energieeffizienz sollen das System schließlich marktreif machen. „Wir hoffen auf eine Zusammenarbeit mit der Industrie, um unsere Klimaanlage in großer Stückzahl herstellen zu können“, erklärt Professor Chua. (aho)

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