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Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen
Heizen und Kühlen über eine Flächenheizung: Von immer mehr Bauherren und Renovieren gewünscht. (Quelle: Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V., Hagen)

Fachbeitrag: Flächenheizungen und -kühlungen planen und installieren

Eine Flächenheizung bedarf einer gründlichen Planung und Auslegung sowie einer sorgfältigen Installation durch kompetente Fachhandwerksbetriebe. Ulrich Stahl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V. (BVF), erklärt in seinem Fachbeitrag aus der GI 6/14, auf was man achten muss.

Eine Flächenheizung – gleich ob in Boden, Wand, oder Decke, als Nassestrich- oder Trockenbauvariante – ist ein komplexes Vorhaben. Sie bedarf einer gründlichen Planung und Auslegung sowie einer sorgfältigen Installation durch kompetente Fachhandwerksbetriebe.    

1. Schnittstellenkoordination

Heutzutage steht für nahezu jede bauliche Gegebenheit im Neubau und in der Sanierung ein geeignetes Flächenheizungssystem zur Verfügung (siehe Bild 1). Damit bei der Vielzahl an unterschiedlichen Systemen eine dauerhaft funktionstüchtige und effiziente Flächenheizung bzw. -kühlung garantiert werden kann, müssen sich die beteiligten Gewerke untereinander genau abstimmen. Denn Mängel treten häufig dort auf, wo die Zuständigkeiten zweier Gewerke aufeinandertreffen. Alle Beteiligten – vom Architekten über Fachplaner, Heizungsbauer und Estrichleger bis zum Bodenleger – sollten daher koordiniert zusammenarbeiten. Die Arbeitsschritte werden am Beispiel einer Fußbodenheizung kurz umrissen:

Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen
Bild 1: Abhängig von den raumumgebenden Flächen zur Wärmeübergabe und dem Untergrund stehen verschiedene Arten von Flächenheizungssystemen zur Verfügung, hier verdeutlicht am Beispiel der Fußbodenheizung. (Quelle: Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V., Hagen)

Die Planung der Heizungsanlage beginnt mit der Berechnung der Heizlast sowie der Auslegung der Fußbodenheizung. Bei Heizestrichen gemäß DIN 18560-2 ist durch den Bauwerksplaner ein Fugenplan in Abstimmung mit dem Heizungsbauer, dem Estrichleger und dem Oberbodenleger zu erstellen. Der Heizungsbauer wiederum prüft vor der Montage, ob der Untergrund sauber, trocken und waagerecht ist und ob die erforderliche Aufbauhöhe anhand der Höhenangabe durch den Bauwerksplaner gegeben ist. Anschließend verlegt der Fachmann die notwendigen Randdämmstreifen, die eine Körperschallübertragung des Heizestrichs zu aufgehenden Bauteilen verhindern. Nun kann die ein- bzw. mehrlagige Wärme- und Trittschalldämmung eingebracht werden. Zu empfehlen ist hier die Verwendung der seitens der Systemanbieter angebotenen Systemdämmung.

 

 

Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen
Bild 2: Zur Installation einer Fußbodenheizung stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung, die sich nicht nur für den Neubau, sondern auch für die Renovierung eignen. (Quelle: Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V., Hagen)

Nun können die Heizrohre gemäß der gewählten Systemart verlegt werden (siehe Bilder 2 und 3). Vor Einbringen des Estrichs sind die Heizrohre entsprechend zu befestigen und gegen Verrutschen zu sichern. Es folgt nun die erforderliche Druckprobe des verlegten Rohres. Außerdem müssen die im Plan festgelegten Messstellen für die Restfeuchtemessung des Estrichs markiert sein, damit der Estrichleger mit seiner Arbeit beginnen kann. Nach Einbringen des Estrichs und einer je nach Estrichart notwendigen Liegezeit von sieben bis 21 Tagen kann der Heizungsbauer mit dem Funktionsheizen beginnen, wobei dieses nicht als Aufheizvorgang zum Erreichen der Belegreife gilt. Dieser kann eine zusätzlich notwendige Maßnahme sein. Erst wenn die Belegreife des Estrichs erreicht ist, kann mit den Oberbodenarbeiten begonnen werden.

 

 

Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen
Bild 3: Zur Installation einer Fußbodenheizung stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung, die sich nicht nur für den Neubau, sondern auch für die Renovierung eignen. (Quelle: Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V., Hagen)

Um diese komplexen Arbeitsabläufe leichter einhalten und besser protokollieren zu können, stellt der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V. (BVF) eine Broschüre zur „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen“ für Neubau und Sanierung zur Verfügung. Sie beinhaltet u. a. ein Schnittstellenprotokoll, das detailliert und eindeutig die auszuführenden Arbeitsschritte darlegt.

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