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Smart Meter: Das BMWi schafft die Grundlagen für die Einführung intelligenter Messsysteme. (Quelle: ©Onur Döngel/istockphoto.com)

Smart Meter für Energiewende: BMWi legt die Eckpunkte fest

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt die Eckpunkte für das Verordnungspaket "Intelligente Netze" vor. Damit sollen verbindliche Vorgaben für den Einsatz intelligenter Messsysteme (Smart Meter) geschaffen werden.

Intelligente Messsysteme und Zähler sollen die weitere Marktintegration erneuerbarer Energien vorantreiben. Über die Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems (Smart Meter Gateway) lassen sich Kleinerzeugungsanlagen, Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen an ein intelligentes Energienetz anbinden. So können Netzbetreiber und Direktvermarkter erneuerbare Anlagen für Systemsicherheit und effiziente Stromvermarktung gezielt steuern. Für den Verbraucher können Smart Meter dessen Energieverbrauch visualisieren und ihn so zu Einsparungen motivieren. Zudem lassen sie sich mit Smart-Home-Applikationen koppeln und können der Einführung finanziell attraktiver variabler Tarife dienen.

Rahmenbedingungen für Smart Meter

Auf Basis der nun veröffentlichten Eckpunkte will das Bundeswirtschaftsministerium verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen für den sicheren Einsatz von Intelligenten Messsystemen unter Berücksichtigung der Belange des Datenschutzes und der Datensicherheit auf den Weg bringen.

Staatssekretär Rainer Baake: "In einem Stromsystem, das von volatil einspeisenden, dezentralen Erzeugungsanlagen geprägt ist, ist es eine besondere Herausforderung, das Angebot und die Nachfrage nach Strom stets in Einklang zu bringen. In der Stromversorgung der Zukunft werden netzdienliche und marktlich induzierte last- wie erzeugerseitige Steuerungshandlungen zum Tagesgeschäft gehören. Um das System auch künftig sicher zu führen, brauchen wir eine sichere und moderne Mess- und Steuerungstechnik im Stromversorgungsnetz, die zuverlässige Einspeisewerte und Netzzustandsinformationen liefert. Mit den Eckpunkten für die Ausgestaltung des Verordnungspaketes 'Intelligente Netze' hat das Bundeswirtschaftsministerium dafür die Grundlage gelegt."

Smart Meter: Einbaupflicht und Finanzierung

Einer Kosten-Nutzen-Analyse des BMWi folgend, sollen Intelligente Messsysteme nur dort verpflichtend eingebaut werden, wo sie zu Kosteneinsparungen führen. Erzeugerseitig sollen Smart Meter ab 7 kW installierter Leistung vorgeschrieben werden. Für Haushalte, die weniger als 6.000 kWh Strom im Jahr verbrauchen, gilt keine Einbaupflicht. Hier soll langfristig ein kostengünstiger elektronischer Stromzähler mit Funktionen zur Verbrauchsveranschaulichung zum Einsatz kommen.

Einbau und Betrieb von Smart Metern sollen über Entgelte für Messung und Messstellenbetrieb finanziert werden; es wird keine neue Umlage geschaffen. Zudem sollen für die Einführung Kostenobergrenzen gelten und Netzbetreiber die Möglichkeit erhalten, den Rollout im Wege der Ausschreibung durchzuführen. Mit dieser Kombination aus Kostenobergrenzen und Ausschreibungsoption will das BMWi Anreize für die notwendigen Effizienzanstrengungen schaffen. Auf Basis der nun veröffentlichten Eckpunkte wird das Bundeswirtschaftsministerium in einem nächsten Schritt die Verordnungsentwürfe vorlegen. Ziel ist eine Kabinettbefassung vor der Sommerpause 2015. (asc)

Die Eckpunkte zum Verordnungspaket Intelligente Netze sind als PDF beim BMWi hier abrufbar.

Mehr zum Thema Smart Meter: Smart Metering 2.0. Vom intelligenten Gaszähler zu Smart Grid, Ulrich Wernekinck/Norbert Burger, 351 S., ISBN: 9783835632424

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