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Energiewende und Smart Meter
Energiewende und Smart Meter: Ausbau der Stromnetze und intelligente Verteilernetze sind die Voraussetzungen. (Quelle: chombosan/Fotolia.com)

ZVEI: Weichenstellung für intelligente Netze nicht verpassen

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. sieht erheblichen Investitionsbedarf für die Stromübertragungs- und Verteilernetze. Vor allem Smart Metering als Einstieg in die flächendeckende Digitalisierung des Energiesystems sollte schneller vorangetrieben werden.

Aktuell weisen erneuerbare Energien mehr als 25 Prozent Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland auf und lagen 2014 erstmals vor der Braunkohle. Über 90 Prozent der Stromerzeugungsanlagen sind in den Verteilnetzen angeschlossen. Bis 2050 sollen die Erneuerbaren nach Planung der Bundesregierung 80 Prozent des Stroms liefern. Ohne einen Ausbau der Stromnetze und mehr Intelligenz in den Verteilnetzen sind die Ziele der Energiewende nicht umsetzbar. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mehr und mehr von einer zuverlässigen Stromversorgung und damit von modernen Netzen abhängen. Wir benötigen Daten, Kommunikations- und Steuerungsmöglichkeiten und damit eine weitgehende Digitalisierung der Stromnetze“, so Ralf Christian, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Energietechnik.

Energiewende: Investitionsbedingungen für Netzbetreiber

„Die vom Bundeswirtschaftsministerium im März vorgelegten Eckpunkte für eine Novelle der Anreizregulierungsverordnung lösen die Probleme im deutschen Regulierungsrahmen nicht. Im Gegenteil, mit den angedachten Überlegungen wird gegebenenfalls sogar eine Verschlechterung des Investitionsklimas erreicht. Ob genügend in den Aufbau intelligenter Netze investiert werden kann, ist fraglich“, stellt Dr. Martin Schumacher, stellvertretender Vorsitzender des Fachverbands fest.

Smart Meter Rollout: Schneller und wirtschaftlicher

Auch bei der Einführung von intelligenten Zählern und Messsystemen plädiert der Verband für mehr Tempo und Wirtschaftlichkeit. Deren Nutzen ist durch eine Ernst & Young-Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium umfassend analysiert worden. Die derzeit diskutierten Einbaugrenzen und die zeitliche Streckung des Smart Meter-Rollouts weichen jedoch von den Empfehlungen für ein volkswirtschaftlich optimales Vorgehen ab und senken laut ZVEI den Nutzen. Laut einer aktuellen Meldung von Spiegel Online sollen die Arbeitsgruppen aus Regierungsexperten, Unternehmen und Verbänden, die bis Anfang April alle Details für den Smart Meter Rollout klären hätten sollen, noch zu keiner Einigung gekommen sein, weshalb Nachverhandlungen nötig seien. 

Smart Metering ist jedoch der wichtige Einstieg in die flächendeckende Digitalisierung des Energiesystems unter Einbindung der Stromkunden. „Beide Vorhaben entscheiden, ob wir die industriepolitische Chance, weltweite Leitanbieter für Smart Grid- und Energieeffizienztechnologien zu sein, auch nutzen können. Das geht natürlich einher mit mehr Beschäftigung und Wachstum. Wir wünschen uns daher etwas mehr Mut und Geschwindigkeit von Seiten der Politik“, resümiert Christian. (asc)

Mehr zum Thema Smart Meter: Smart Metering 2.0. Vom intelligenten Gaszähler zu Smart Grid, Ulrich Wernekinck/Norbert Burger, 351 S., ISBN: 9783835632424

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