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Smart Meter: LTE anstelle von Festnetzverbindungen für die Kommunikation der intelligenten Messsysteme. (Quelle: Gunnar Assmy/Fotolia.com)

Smart Meter: LTE-Optimierung für intelligente Stromzähler

LTE-Mobilfunknetze eignen sich zur künftigen Vernetzung von intelligenten Stromzählern, wie Ericsson zusammen mit Telefónica in Deutschland und dem E.ON Research Center der RWTH Aachen gezeigt hat. Zur Anbindungen der Smart Meter stellt LTE eine zuverlässige und flexible Alternative zu Power Line- oder Festnetzverbindungen dar.

Die Einführung intelligenter Stromzähler (Smart Meter) soll in Deutschland in naher Zukunft erfolgen, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat dazu bereits im Februar die Eckpunkte für das Verordnungspaket "Intelligente Netze" vorgestellt. Durch den Netzausbau von LTE eröffnen sich für Energieanbieter zugleich neue Möglichkeiten, kommerzielle LTE-Netze auch zur Anbindung intelligenter Stromzähler zu nutzen, wie die aktuellen Versuche von Ericsson, Telefónica in Deutschland und dem E.ON Research Center der RWTH Aachen belegen. Den IT-Systemen der Versorgungsunternehmen können die von den Stromzählern übertragenen Informationen als Instrument dienen, das sie bei der Steuerung ihrer Stromnetze unterstützt.

Sven Koltermann, Leiter Energy Sales bei Telefónica in Deutschland: "Wir sehen die Ergebnisse der Versuche als Bestätigung dafür an, dass öffentliche LTE-Netze - wie die von Telefónica in Deutschland - für Stromanbieter zuverlässige und kostengünstige Möglichkeiten bieten, Smart Meter zu vernetzen. Solche Maßnahmen, die den Stromanbietern und der Stabilität ihrer Netze dienen, sollten immer in enger Kooperation mit den deutschen Regulierungsbehörden eingeführt werden."

LTE für Smart Meter: Positive Testergebnisse

Die Versuche wurden mithilfe einer LTE-Basisstation von Ericsson durchgeführt, die im ACS-Institute des E.ON Research Centers an der RWTH installiert war. Diese Basisstation wurde mit der Kernnetz-Infrastruktur im Ericsson Eurolab bei Aachen verbunden. Der benötigte Nachrichtenstrom wurde nach Spezifikationen von Telefónica in Deutschland für Smart Meter-Anwendungen über den RTDS-Stromnetzsimulator des E.ON Research Center generiert, einer der weltweit leistungsfähigsten seiner Art. Die Versuche erfolgten nach einer unabhängig durchgeführten Reihe von Simulationen des Anwendungsfalles auf dem LTE-Hochleistungssimulator von Ericsson. Die Ergebnisse der Simulation zeigten, dass die priorisierten MMS-Nachrichtenströme auch bei Netzüberlastung sofort übertragen wurden. Die Ergebnisse dieser Simulation wurden durch Versuche, die über die reale LTE-Basisstation durchgeführt wurden, bestätigt.

Dr. Fiona Willliams, Research Director bei Ericsson: "Die Versuche, die wir mit Telefónica und dem ACS-Institut der RWTH durchgeführt haben, zeigen, dass die LTE-Nutzung eine hervorragende Option für Energieanbieter darstellt, wenn sie Smart Meter einführen. Wir freuen uns, dass die Quality of Service-Funktionalität von LTE die sehr anspruchsvollen Kommunikationsanforderungen für die Automatisierung von Stromnetzen voll erfüllt."

Smart Meter Zukunft: 5G bereit für Echtzeitanwendungen

Die neuen Funktionen, die LTE ab Release 13 bietet, werden weitere Verbesserungen der Leistungsfähigkeit mit sich bringen, die für Energieanbieter wichtig sind. Sobald 5G-Netze verfügbar sein werden, werden sich in den Mobilfunknetze sogar anspruchvollste Echtzeitanwendungen für Stromversorgungsunternehmen realisieren lassen. (asc)

Mehr zum Thema Smart Meter: Smart Metering 2.0. Vom intelligenten Gaszähler zu Smart Grid, Ulrich Wernekinck/Norbert Burger, 351 S., ISBN: 9783835632424

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