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solarer Mieterstrom
Verbände der Solarwirtschaft, Immobilienwirtschaft und Mietervertretung ziehen an einem Strang für Mieterstrom. (Quelle: BSW-Solar/Upmann)

EU-Kommission genehmigt neue Förderung von solarem Mieterstrom

Die Europäische Kommission hat die Förderung solar erzeugten Mieterstroms beihilferechtlich genehmigt. Nachdem der Bundestag die Förderung bereits im Sommer beschlossen hat, kann sie jetzt starten.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) rechnet nun mit einem wachsenden Mieterinteresse an lokal erzeugten Solarstromangeboten. Auch aufgrund deutlich gesunkener Erzeugungskosten ließen sich diese oft preiswerter anbieten als konventionelle Stromtarife.

Analyse zeigt großes Potenzial für solaren Mieterstrom

Allein in den 20 größten deutschen Städten gibt es ein Potenzial von bis zu 33.000 Photovoltaik-Anlagen auf großen Wohngebäuden. Rund 1,4 Millionen könnten damit preiswerten Solarstrom beziehen. Das ist das Kernergebnis einer Potenzialanalyse für solaren Mieterstrom, die der BSW-Solar erst kürzlich gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), dem Deutschen Mieterbund (DMB) sowie dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. (eaD) vorgestellt hatte.

Weitere Informationen zum Thema Mieterstrom und die neue Förderung bietet das Infoportal www.sonne-teilen.de, das u.a. mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Intersolar Europe betrieben wird.

Solarer Mieterstrom: Hintergrund

Beim PV-Mieterstrom handelt es sich um Strom, der auf einem oder mehreren Gebäuden durch Solarenergie erzeugt und im Wege der Direktvermarktung an die Bewohner geliefert wird. Da dieser Strom ohne Nutzung eines allgemeinen Versorgungsnetzes zu den Kunden gelangt, enthält der Preis keine staatlichen Abgaben wie Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgaben, KWK-Umlage oder Stromsteuer. Die Mehrwertsteuerpflicht und die volle EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent je Kilowattstunde gelten jedoch auch für solaren Mieterstrom.

Um die Wettbewerbsfähigkeit von PV-Mieterstrom zu erhöhen und den solaren Ausbau in den Städten zu fördern, garantiert das neue Mieterstromgesetz den Betreibern von PV-Mieterstromanlagen in Abhängigkeit von der Größe der Anlage und dem aktuellen EEG-Einspeisetarif einen Zuschlag von bis zu 3,8 Cent/kWh. Förderfähige Anlagen sind jedoch auf 100 kWp begrenzt. Der jährliche Mieterstromzubau wurde auf eine Leistung von 500 MWp gedeckelt. Auch ein Höchstpreis für PV-Mieterstrom wurde vom Gesetzgeber festgelegt. Er muss mindestens 10 Prozent unter dem am jeweiligen Ort geltenden Grundversorgungstarif liegen. (fei)

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