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Wärmedämmplatten, Fraunhofer ISE, Multifunktionales Fassadenelement
Multifunktionales Fassadenelement: Wärmedämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS) und integrierter Kanalführung aus Kunststoffrohren. (Quelle: Fraunhofer ISE)

Fraunhofer ISE: Multifunktionale Fassaden- und Fensterelemente für höhere Energieeffizienz

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE haben Fassadenelemente entwickelt, die Lüftungs-, Heizungs- und Sanitärsysteme mit Wärmedämmplatten in einem System verbinden. Die multifunktionalen Dämmplatten und Fensterelemente sind sowohl in Neubauten als auch bei der Sanierung von Bestandsgebäuden einsetzbar.

Wärmedämmplatten, Fraunhofer ISE, Multifunktionales Fassadenelement
Neues Fassadenkonzept: Integration von Leitungen und Rohren in die Fassade eines Demonstrationsgebäudes in Frankfurt aus den 1950er Jahren. (Quelle: Fraunhofer ISE)

Die vorgefertigten Fassaden- und Fensterelemente erhöhen die Energieeffizienz von Gebäuden und sind erste Ergebnisse mehrerer Forschungsprojekte, an denen das Fraunhofer ISE beteiligt ist.

Multifunktionale Dämmplatten enthalten alle Leitungen

Die im Projekt „Retrokit“ entwickelten Fassadenelemente bestehen aus multifunktionalen Dämmplatten und vorgefertigten Fenstermodulen. Dabei können verschiedene Materialen miteinander kombiniert werden. „Je nach Brandschutzanforderungen können Schaumstoffe oder Mineralwolle als Dämmmaterial mit Kunststoff- oder Metallrohren für die Lüftung verwendet werden“, erklärt Fabien Coydon vom Fraunhofer ISE. Als technische Komponenten können Luft-, Heizungs-, Sanitär-, Strom- und ICT-Leitungen integriert werden. Diese Fassadenelemente eignen sich vor allem für die Sanierung von Bestands- und Altbauten. Sie werden in Kürze erstmals in einem Demonstrationsobjekt aus den 1950er Jahren in Frankfurt eingebaut.

Sanierungskonzept: Geringere Belastung für die Bewohner

Die multifunktionalen Fassadenelemente werden von außen an die Fassade angebracht, was die Bewohner während der Sanierungsarbeiten weniger beeinträchtigt. Zunächst werden die Fenstermodule auf die Fassade montiert, anschließend eine erste Schicht Dämmung mit integrierter Kanalführung befestigt. Die Rohre für die Haus- und Sanitärtechnik werden mit einem einfachen Klick-System verlegt, danach die zweite Dämmschicht montiert und der Putz aufgetragen. Zuletzt werden von innen die alten Fenster ausgebaut. Die Dämmplatten, die vorgefertigten Fenstermodule und das gesamte Sanierungskonzept des Fraunhofer ISE sind durch Patente geschützt. Interessenten können die Lösungen über Lizenzverträge vermarkten. (fei)

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE präsentiert sich auf der ISH 2015 in Frankfurt vom 10. bis 14. März 2015 in Halle 10.3, Stand C79.

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