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Untersuchung zur Novellierung der EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie (EPBD)

Die europäische Richtlinie 2010/31/EU zur Gesamteffizienz von Gebäuden (EPBD) fordert, dass ab 2021 in den Mitgliedstaaten alle Neubauten als Niedrigstenergiegebäude erstellt werden. In der vorgelegten Studie wurden Untersuchungen zur praktischen Umsetzbarkeit der Vorgabe in Deutschland angestellt.

Die europäische Richtlinie 2010/31/EU zur Gesamteffizienz von Gebäuden (EPBD) fordert, dass ab 2021 in den Mitgliedstaaten alle Neubauten als Niedrigstenergiegebäude erstellt werden. In der vorgelegten Studie wurden Untersuchungen zur praktischen Umsetzbarkeit der Vorgabe in Deutschland angestellt.

Die im ersten Arbeitsschritt durchgeführte Marktanalyse zeigt, dass in Deutschland im Durchschnitt deutlich energieeffizienter gebaut wird, als es nach der gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erforderlich wäre. Über 50% aller Neubauten haben eine um mindestens 30% höhere Energieeffizienz als es die EnEV fordert, über 10% weisen sogar eine um mindestens 45% höhere Energieeffizienz auf.

Im zweiten Arbeitsschritt wurde analysiert, ob Niedrigstenergiegebäude umfassend mit den derzeitigen Ansätzen der EnEV bewertet werden können, oder ob eine Anpassung der Methode notwendig und sinnvoll erscheint. Hierzu wurden auch die bisher bekannten Ansätze anderer europäischer Länder vergleichend dargestellt. Die Analyse zeigte, dass Methode der EnEV grundsätzlich geeignet ist, auch Niedrigstenergiegebäude zu bewerten, allerdings empfiehlt es sich, den in § 5 der EnEV sehr restriktiv gefassten Bilanzraum für die Anrechenbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien um alle auf dem Grundstück eigenerzeugten erneuerbaren Energien zu erweitern.

Im abschließenden dritten Arbeitsschritt wurden Instrumente zusammengestellt und bewertet, mit denen die kommunizierten Markthemmnisse abgebaut werden können. Neben der festen Verankerung des Niedrigstenergiegebäudes über Zielwertdefinition und Benchmark im Energieausweis in der nächsten EnEV sind verschiedene finanzielle Marktanreizmechanismen aufgeführt, die eine schnellere Marktdurchdringung erwarten lassen. Darüber hinaus wird auf die Wichtigkeit der Verankerung dieser Gebäudeentwicklung in Aus- und Weiterbildung hingewiesen sowie begleitende Öffentlichkeitsarbeit zum Thema empfohlen.

Weitere Informationen zur Bearbeitung und wissenschaftlichen Begleitung dieser Studie, sowie eine direkte Download-Möglichkeit finden Sie hier.

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

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