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AG Energiebilanz: Energieverbrauch 2016 weiter gestiegen

Der Energieverbrauch in Deutschland lag 2016 mit 13.383 Petajoule (PJ) oder 456,7 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten um 1,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Das berichtet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen.

Gründe für den höheren Energieverbrauch waren demnach insbesondere die kältere Witterung sowie ein zusätzlicher Tag, der Schalttag am 29.02.2016, eine anhaltend positive wirtschaftliche Entwicklung und der Bevölkerungszuwachs. Dies erklärte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) anlässlich der Vorlage ihres aktuellen Berichts zum Energieverbrauch in Deutschland 2016. Gedämpft wurde der Verbrauchsanstieg durch weitere Verbesserungen bei der Energieeffizienz.

Plus bei Gas und Öl

Der Mineralölverbrauch lag 2016 mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent etwas höher als im Vorjahr. Der Verbrauch betrug insgesamt 4.550 PJ oder 155,3 Mio. t SKE. Der Erdgasverbrauch erhöhte sich kräftig um 9,5 Prozent auf 3.022 PJ beziehungsweise 103,1 Millionen Tonnen SKE. Ursachen des Verbrauchsanstiegs waren die kühlere Witterung gegenüber 2015 sowie der Mehreinsatz von Erdgas.

Minus bei Kohle und Kernenergie

Der Verbrauch an Steinkohle sank um 5,1 Prozent auf 1.630 PJ oder 55,6 Millionen Tonnen SKE. Dabei verringerte sich der Einsatz in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung um 5,2 Prozent. Der Einsatz von Koks und Kohle in der deutschen Stahlindustrie ging um 4,9 Prozent zurück. Der Verbrauch an Braunkohle verringerte sich um 2,8 Prozent und erreichte eine Höhe von 1.522 PJ beziehungsweise 51,9 Millionen Tonnen SKE. Bei der Kernenergie gab es ein Minus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft auf mehrere planmäßige Kraftwerksrevisionen und die Außerbetriebnahme des Kraftwerks Grafenrheinfeld Mitte 2015 zurückzuführen ist.

Der Energieverbrauch in Deutschland stieg 2016 erneut leicht an. (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen)

Der Energieverbrauch in Deutschland stieg 2016 erneut leicht an. (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen)

Gesamtanteil der Erneuerbaren gestiegen

Die erneuerbaren Energien erhöhten ihren Beitrag zur Energiebilanz insgesamt um 2,8 Prozent auf 1.689 PJ oder 57,6 Millionen Tonnen SKE. Bei der Biomasse kam es zu einem Plus von 3,9 Prozent. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) nahm um knapp 11 Prozent zu, bei der Windkraft an Land und auf See kam es dagegen insgesamt zu einem Rückgang um 2,3 Prozent. Der Beitrag der Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) sank um 1,2 Prozent.

Energiemix ausgewogen

Die Struktur des Energieverbrauchs (Energiemix) in Deutschland wird weiterhin vom Mineralöl (34 Prozent) geprägt. Erdgas deckt infolge seines Zuwachses jetzt knapp 23 Prozent des Verbrauchs. Die Steinkohle kommt auf einen Anteil von gut 12 Prozent und auf die Braunkohle entfallen rund 11 Prozent. Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Anteil leicht auf aktuell 12,6 Prozent. Insgesamt basiert die deutsche Energieversorgung auf einem breiten Energieträgerangebot.

Der Energiemix in Deutschland bleibt ausgewogen. (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen)

Der Energiemix in Deutschland bleibt ausgewogen. (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen)

Deutlich erhöht hat sich 2016 der Ausfuhrüberschuss beim Stromaußenhandel, da ungeplante Einbußen der französischen Stromerzeugung durch Bezüge aus Deutschland ausgeglichen wurden. Der Jahresbericht der AG Energiebilanzen bietet zusätzlich zu den präzisen Daten der Verbrauchsentwicklungen Detailinformationen zum temperaturbereinigten Verbrauch, der Energieeffizienz, den Importanteilen, der inländischen Produktion, zur Preisentwicklung sowie eine erste Abschätzung der energiebedingten CO2-Emissionen. (fei)

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