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Wissenschaftler des DFKI und der TU Berlin

Kommerzielle Smart-Home-Geräte machen ein vernetztes Wohnen bereits heute möglich – richten sich jedoch weniger an Menschen, die von der intelligenten Assistenz besonders profitieren könnten.

Um bei der Erforschung von smarten Gegenständen einen engeren Austausch mit der Gesellschaft zu ermöglichen, entwickeln das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und die Technische Universität Berlin neue Living-Lab-Angebote als anwendungsnahe Testumgebungen, die den Bürgern die Vorteile des zukünftigen Wohnens vermitteln sollen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,1 Millionen Euro geförderte Projekt KosmoS wird heute in einem Vernetzungstreffen vorgestellt.

Die eigenen vier Wände in ein Smart Home zu verwandeln, ist keine Zukunftsmusik mehr: Mit Sprachassistenten, intelligenten Geräten und digitalen Türschlössern stehen bereits jetzt viele Möglichkeiten zur Verfügung, um das vernetzte Wohnen flexibel und modern zu gestalten. Allerdings sind die erhältlichen Technologien nicht nur mit gewissen Kosten, sondern auch einem ausreichenden Know-how verbunden. Menschen, die besonders von einer digitalisierten Lebensumgebung profitieren könnten, laufen Gefahr, dabei außen vor gelassen zu werden – was sich auch auf die Entwicklung neuer Technologien auswirken könnte.

Um diese Zielgruppen ebenso wie die breite Gesellschaft in den Mittelpunkt der Forschung zum vernetzten Leben zu rücken, arbeitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin an einer Lösung für einen offeneren Austausch: Mit dem kooperativen, modularen, mobilen Smart Life Lab (KosmoS) soll das Internet der Dinge den Menschen nähergebracht und gleichzeitig im praktischen Einsatz getestet werden. Das Projekt KosmoS ist Teil der Ausschreibung „Intelligente, vernetzte Gegenstände für den Alltag“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und beabsichtigt, alle beteiligten Projekte in einer gemeinsamen vernetzten Umgebung integrierbar zu machen. Das Vorhaben wird am heutigen Mittwoch, den 19. Februar 2020, bei einem Vernetzungstreffen in Berlin den geförderten Konsortien vorgestellt.

Vernetzte Living Labs für einen besseren Dialog mit Nutzern und Zielgruppen

Durch die Ausschreibung fördert das BMBF verschiedene Forschungsvorhaben, bei denen der Mehrwert der Digitalisierung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Vordergrund steht – beispielsweise in Form von Lernhilfen für Schüler oder Assistenzsystemen für Senioren. Doch auch übergreifende Themen wie die smarten Textilien des DFKI-Projekts ConText werden unterstützt. Um die Forschungsergebnisse einsetzen, demonstrieren und gemeinsam mit den Nutzern gestalten zu können, entsteht im Projekt KosmoS nun eine Infrastruktur für vernetzte Umgebungen aus örtlich gebundenen wie auch mobilen Testumgebungen, die die Technologien vor Ort erlebbar machen.

Hierzu schaffen zum einen die DFKI-Forschungsbereiche Cyber-Physical Systems (CPS) und Interaktive Textilien (IT) eine mobile Plattform bestehend aus kombinierbaren Modulen mit einer entsprechenden Infrastruktur für das Internet der Dinge. Zum anderen wird das Distributed Artificial Intelligence Labor (DAI-Labor) sein Living Lab im Telefunken-Hochhaus der TU Berlin ausbauen, sodass die Technologien der verschiedenen Projekte in einer einheitlichen technischen Struktur integriert werden können. Zu der angestrebten Vernetzung aus mobilen und stationären vernetzten Umgebungen gehört unter anderem auch das Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL) des Forschungsbereichs CPS unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Drechsler. Durch die neuen Angebote wird dabei nicht nur der Dialog mit Zielgruppen und Stakeholdern unterstützt, sondern auch eine einzigartige Möglichkeit geschaffen, die Forschungsergebnisse im praktischen Einsatz zu testen und zu optimieren.

Smartes Leben in Schulen und Heimen erlebbar machen

So können durch die mobile Plattform die Technologien nicht nur bei Messen oder Ausstellungen präsentiert, sondern auch in Schulen, Pflegeheimen oder anderen sozialen Einrichtungen vermittelt werden. Ebenso wird die Möglichkeit geschaffen, praxisnah zu forschen und Workshops oder Nutzertests durchzuführen. Die Vision ist es, auch externe Projekte und Einrichtungen zu erreichen, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und Synergien für offene Standards zu schaffen. Zudem sollen eine intensivere Partizipation und eine bessere Vernetzung mit Partnern aus der Wirtschaft und Wissenschaft ermöglicht werden. Nicht zuletzt verfolgen die Forscherinnen und Forscher das Ziel, bei der Einbindung der Nutzergruppen auch Sicherheitsaspekte und Fragen der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Im ersten Schritt werden hierzu die Anforderungen an den Ausbau des DAI-Labors, das mobile Living Lab und die gemeinsame Infrastruktur analysiert und ein Konzept erstellt. In zwei Jahren sollen die mobilen Module zum Einsatz kommen und die entwickelten Living-Lab-Umgebungen hinsichtlich der gesetzten Ziele evaluiert werden. Über eine Gesamtlaufzeit von drei Jahren wird das Projekt KosmoS vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert.

Quelle: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

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