Das Nachrichtenportal für TGA,-HLK- und Sanitär-Experten
Wechselrichter, Solaranlagen, Cyber Security

Der TÜV Rheinlands hat getestet, wie einfach handelsübliche Wechselrichter von Solaranlagen zu hacken sind - mit alarmierenden Ergebnissen.

"Wir konnten Eigenschaften von handelsüblichen Wechselrichtern problemlos verändern", fasst Roman-Alexander Brück, Laborleiter für Solarkomponenten bei TÜV Rheinland, die Tests zusammen. Die Manipulation dauerte nur wenige Minuten. Dadurch wäre es möglich, Stromnetze wie auch verbundene Speichersysteme negativ zu beeinflussen oder ganz lahm zu legen.

Cyber Security keine Standardprüfung

Zur Erinnerung: Wechselrichter wandeln den von Solarzellen erzeugten Gleichstrom in den für das Stromnetz notwendigen Wechselstrom um. Über diesen Steuerungsapparat ist es den Fachleuten möglich, sich einerseits Zugriff auf das Batterie-Managementsystem zu verschaffen und andererseits durch gezielt platzierte Schwankungen das gesamte Stromnetz anzugreifen. Dies ist bei Wechselrichtern möglich, die Strom direkt in das Netz einspeisen. 

Cyber Security und der Schutz vor Angriffen durch Hacker gehört nicht zum Standard der Prüfung auf Funktionale Sicherheit von Komponenten für Solaranlagen, um den reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Die Norm IEC 62109 zur Prüfung von Wechselrichtern thematisiert die funktionale Sicherheit, es besteht aber keine Prüfpflicht für Komponentenhersteller.

Hersteller: Prüft eure Systeme!

"In Zeiten von erneuerbaren Energien, der Notwendigkeit von intelligenten Netzen und angesichts von inzwischen 75.000 vernetzten Speichersystemen ist es umso wichtiger zu prüfen, ob das System anfällig ist. Solaranlagen müssen einwandfrei und sicher mit dem Provider kommunizieren können, damit die Einspeisung im abgestimmten Rahmen verläuft" , erklärt Dr. Daniel Hamburg, Leiter des Global Center of Excellence Testing und Certification bei TÜV Rheinland. "Wir empfehlen Herstellern, ihre Systeme prüfen zu lassen und eventuelle Schwachstellen zu schließen." (fei)

0
0
0
s2smodern